Polen und Slowenien übernehmen größere Rolle in der europäischen Fusionsforschung
Slowenische und polnische Einrichtungen haben Assoziationsabkommen unterzeichnet, welche Forschern in beiden Ländern ermöglichen, stärker in der paneuropäischen Fusionsforschung mitzuarbeiten. Obgleich die beiden Mitgliedstaaten auf Grund ihrer EU-Mitgliedschaft bereits mit dem Programm der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) assoziiert sind, wird die volle Teilnahme an der Fusionsforschung durch Assoziationsabkommen geregelt, die mit einer Rechtskörperschaft der einzelnen Länder abgeschlossen werden, mit welcher andere nationale Forschungsorganisationen wiederum Vereinbarungen treffen können. Die wichtigsten Partner sind das Institut für Plasmaphysik und Lasermodifikation (Institute of Plasma Physics and Laser Modification - IPPLM) in Polen und das slowenische Ministerium für Hochschule, Wissenschaft und Technologie (MHST). Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass in jedem Land Einheiten für die Fusionsforschung eingerichtet werden. Darüber hinaus werden beide Nationen Mitglieder des europäischen Abkommens zur Entwicklung der Fusionsforschung (EFDA). Auf Grund der guten Leistungen im wissenschaftlichen Bereich wird erwartet, dass die neuen Forschungsgemeinschaften einen wertvollen Beitrag zu den europäischen Anstrengungen im Bereich der Fusionsenergie leisten werden. Polnische Wissenschaftler werden an der Entwicklung der Plasmadiagnostik für europäische Fusionsanlagen arbeiten, rechnerische Unterstützung für verschiedene Plasmaeinschlusskonzepte liefern und Werkstoffforschung für Fusionsanwendungen betreiben. Der Beitrag Sloweniens konzentriert sich auf die Plasma-Wand-Wechselwirkung sowie Berechungen für die Aktivierung und die Entwicklung von Werkstoffen für Fusionstechnologien. Neben diesen spezifischen Arbeitsprogrammen fördert die EFDA-Mitgliedschaft ferner die allgemeine Zusammenarbeit zwischen assoziierten Ländern im Bereich der Fusionstechnologien. Polnische und slowenische Wissenschaftler werden vollständigen Zugang zum europäischen Gemeinschaftsexperiment JET (Joint European Torus) im VK erhalten und an internationalen Projekten wie beispielsweise am experimentellen Fusionsreaktor ITER teilnehmen. Schließlich haben assoziierte Länder auch die Möglichkeit, an Mobilitäts- und Stipendienprogrammen teilzunehmen, mit denen die Beteiligung von Nachwuchswissenschaftlern an der Fusionsforschung gefördert werden soll.
Länder
Polen, Slowenien