ERA-CAN-Projekt zur Stärkung der Beziehungen zwischen Kanada und der EU
Ein Projekt zur Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Kanada und dem Europäischen Forschungsraum (EFR) wird Ende Mai eingeleitet. Während des Fünften Rahmenprogramms (RP5) waren über 120 kanadische Forscher an etwa 80 Forschungsprojekten beteiligt. Damit ist Kanada absolut oder pro Kopf betrachtet zwar eines der erfolgreichsten Drittländer, was die Beteiligung am RP5 angeht, aber dennoch sind die Kanadier der Ansicht, dass noch ungenutztes Potenzial besteht. Die Kanadier waren an nur 0,5 Prozent aller RP5-Projekte beteiligt und die europäische Beteiligung an kanadischen Forschungsprojekten könnte ebenfalls erhöht werden. Mit dem ERA-CAN-Projekt sollen diejenigen Faktoren angegangen werden, die die Zusammenarbeit zwischen der EU und Kanada beschränken, unter anderem: unzureichende Kenntnis der Möglichkeiten, unzureichende Verbindungen unter den Forschern, die Schwierigkeiten beim Aufbau von Vertrauen aufgrund der Entfernung, die Komplexität von Forschungsprogrammen auf beiden Seiten, die mangelnde Unterstützung für Navigationsprogramme und die Notwendigkeit für eine Synchronisation zwischen Forschungsfinanzierung und Peer-Review-Systemen. Zwei Schlüsselaspekte des Projekts werden die Bereitstellung von Informationen und Dienstleistungen sowie die Organisation von Veranstaltungen sein. Die Dienstleistungen werden eine zentrale Website, ein zielgerichtetes E-mail-Benachrichtigungssystem für Kanadier, regelmäßige E-mail-Updates für Europäer, eine Partnerdatenbank, Beratung zu Logistik und Finanzierung, die Errichtung einer Nationalen Kontaktstelle (NKS) für Kanada und die Schaffung einer Kontaktdatenbank für Forscher und Institutionen umfassen. Außerdem werden zwölf Veranstaltungen während der dreijährigen Laufzeit des Projekts abgehalten. Derzeit nehmen acht kanadische Beteiligte am ERA-CAN teil, aber das Projekt steht auch anderen einschlägigen Organisationen offen. Es werden außerdem Partner aus Europa gesucht, deren Beteiligung in Bezug auf Dauer, Schwerpunkt, Formalität und Absicht variieren wird. Es wurde bereits eine formale Partnerschaft auf der Grundlage einer gemeinsamen Absichtserklärung mit dem deutschen Büro innerhalb der Informal Group of R&D Liaison Offices (IGLO) in Brüssel eingerichtet. Das deutsche Büro, KOWI, wird von der Erweiterung seiner Verbindungen außerhalb Europas profitieren - eine in seinem Mandat herausgestellte Priorität. Die kanadischen Teilnehmer sind weiterhin "offen für eine mögliche operationelle Zusammenarbeit mit anderen Drittländern in Bereichen, in denen begrenzte Ressourcen besser mit einer Hebelwirkung genutzt werden könnten und wo Aktivitäten nicht einem Drittland einen Wettbewerbsvorteil gegenüber einem anderen verschaffen". Die EU wird in den nächsten drei Jahren etwa 340.000 Euro für das Projekt bereitstellen und dieser Betrag wird durch die von Kanada zur Verfügung gestellten Finanzierungsmittel noch übertroffen.
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