Bush will Klimawandel mit Technologie meistern, nicht mit Emissionsreduktionen
US-Präsident George W. Bush würde im Kampf gegen den Klimawandel lieber in neue Technologien investieren, als auf die Reduktion von CO2 zu setzen. In einem Interview mit dem britischen Sender ITV erläuterte der Präsident am 3. Juli seine Ansichten. In Bezug auf das Kyoto-Protokoll, das die Reduktion von CO2-Emissionen rechtlich verbindlich macht, und das nicht von den USA unterzeichnet wurde, meinte Bush: "Wenn das wie Kyoto aussieht, ist die Antwort 'nein'. Das Kyoto-Protokoll hätte, wenn ich das so deutlich sagen darf, unsere Wirtschaft in den Abgrund getrieben." Bush erkennt durchaus an, dass die globale Erwärmung ein Thema ist, das "wir anpacken müssen", aber er möchte dies lieber mit neuen Technologien tun. Er erklärte gegenüber ITV, dass die USA in die Entwicklung neuer, sauberer Energietechniken investiere, zum Beispiel die Kohlendioxidabscheidung in unterirdischen Brunnen, wasserstoffbetriebene Autos und emissionsfreie Kraftwerke. "Ich bin der Meinung, dass man Wirtschaftswachstum haben und gleichzeitig die Treibhausgase besser kontrollieren kann", so Bush. Tatsächlich hat am 28. Juni ein US-Unternehmen bekannt gegeben, dass es erfolgreich erste Testflüge eines potenziell umweltfreundlichen Flugzeugs abgeschlossen hat, das mit Flüssigwasserstoff betrieben wird. Aus an Bord mitgeführtem flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft wird Strom erzeugt, der die Propeller antreibt. Eine Tankfüllung Flüssigwasserstoff konnte das unbemannte Flugzeug, Global Observer, 24 Stunden in der Luft halten, so die Besitzer AeroVironment. "Diese Testflüge haben nicht nur die Funktionstüchtigkeit des Flugzeugs und des Antriebssystems bewiesen, sie haben auch sichere und effiziente Wasserstoffflüge und Wasserstoffauftankmanöver in der Luft gezeigt, die letzte technologische Herausforderung für das Global Observer-System. Jetzt, wo wir diesen Meilenstein erreicht haben, ist AV zuversichtlich, dass mit angemessener Finanzierung innerhalb von zwei Jahren ein Global Observer-System für US-Regierungsanwendungen einsatzbereit ist", heißt es in einer Erklärung von AeroVironment. "Unser engagiertes und erfahrenes Team hat den letzten wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von HALE-UAV-Technologie [high altitude long endurance unmanned aerial vehicle - hoch und lang fliegende unbemannte Flugzeuge] gemeistert", erklärte Tim Conver, Präsident und CEO von AeroVironment. "Wir können jetzt schnell den dringenden nationalen Sicherheitsbedarf für ein kostengünstiges, stabiles HALE-System für Kommunikations- und Aufklärungs-, Überwachungs- und Erkundungsmissionen decken."
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