Kommission legt neue KMU-Strategie vor
Der EU-Kommissar für Unternehmen und Industrie, Günter Verheugen, hat seine Absicht bekannt gegeben, im Herbst eine neue Strategie für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorzulegen. "Ich werde mich dabei auf die praktischen Schwierigkeiten von KMU insbesondere in der Gründungs- und Wachstumsphase konzentrieren. Mein Ziel ist, dass die Politik der EU in allen Bereichen KMU-freundlich wird", sagte Verheugen den Teilnehmern an einem Tag des Handwerks in Paderborn. Die Strategie verfolgt sechs Hauptziele in Zusammenhang mit bürokratischer Belastung, Standardisierung, öffentlicher Auftragsvergabe, Finanzierungsinstrumenten, Unternehmergeist und dem Dialog zwischen den EU-Institutionen und den KMU. Langwierige, bürokratische Verwaltungsverfahren oder unnötig komplizierte Gesetze lasteten auf KMU und müssten auf ein Minimum reduziert werden, sagte der Kommissar. Er werde alle Gesetzesvorlagen, die von der Kommission vorgeschlagen oder gerade überprüft werden, daraufhin prüfen, ob sie wirklich zur Wettbewerbsfähigkeit von KMU beitragen. Die öffentliche Auftragsvergabe an KMU, insbesondere an ausländische KMU, sei noch immer sehr bescheiden, so Verheugen. Einer der Gründe hierfür sei, dass weniger als fünf Prozent der europäischen Handwerksbetriebe international tätig sind und sich diese Zahl in den letzten zehn Jahren nur wenig verändert habe. Die EU müsse den Gang über die Grenzen in den Binnenmarkt verstärkt wagen, während die Mitgliedstaaten sicherstellen müssten, dass KMU in Bezug auf öffentliche Ausschreibungen in den regionalen und nationalen Märkten gut vertreten sind, sagte der Kommissar. Der Zugang zu Finanzierungsinstrumenten sei eine Schlüsselfrage für das Wachstum von KMU. Die Kommission hat diesbezüglich bereits Gesprächsrunden zwischen Banken und KMU organisiert. Außerdem müsse man sich auf neue Ansätze zur Beschaffung von Risikokapital für KMU einigen, hob der Kommissar hervor. Die Kommission hat bereits im Rahmen des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) die Einführung eines neuen Instruments für die Verbriefung von Bankkrediten durch den Verkauf an externe Investoren vorgeschlagen. Dies würde insbesondere kleineren Regionalbanken erlauben, neue KMU-Kredite zu vergeben. "Jetzt hängt es alles davon ab, ob und in welcher Höhe die Mitgliedstaaten diesem Vorschlag im Rahmen der Diskussion um den nächsten gemeinschaftlichen Finanzrahmen 2007-2013 zustimmen", sagte Verheugen. Der Kommissar schloss mit der Aufforderung zu einem intensiveren Dialog zwischen KMU und der Europäischen Kommission. "Sie müssen wissen, was wir tun, und andererseits ausreichend Gelegenheit haben, Ihre Sichtweisen einzubringen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist", sagte Verheugen.