Island gibt sein Urteil zu den RP7-Vorschlägen ab
Island hat seine Stellungnahme zu den Vorschlägen der Kommission für das Siebte Rahmenprogramm (RP7) abgegeben. Es spricht sich für eine deutliche Erhöhung des Haushalts aus, betont aber auch, dass es notwendig sei, dass die EU-Forschung mehr Ergebnisse liefert. Island beteiligt sich seit 1994 als assoziiertes Land an den Rahmenprogrammen und die seitdem gesammelten Erfahrungen zeigten die Vorteile der Forschungszusammenarbeit deutlich, heißt es in dem Papier. "Zu diesem Zweck ist eine angemessene Finanzierung erforderlich." "Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass der finanzielle Input für die FTE-Anstrengungen durch eine breitere und systematischere Prüfung der wissenschaftlichen und sozioökonomischen Auswirkungen und Ergebnisse öffentlicher und privater FTE-Projekte ergänzt werden muss", heißt es weiter. "Island unterstützt die Vorschläge für eine deutliche Erhöhung des Haushalts für das bevorstehende Rahmenprogramm und möchte daran erinnern, wie wichtig es ist, die Auswirkungen der FTE-Anstrengungen zu berücksichtigen." Island ist der Auffassung, dass die Vision der Kommission von einem Europäischen Forschungsraum (EFR) mit zunehmend vernetzten nationalen Forschungssystemen klug ist, und die vier Säulen des RP7 - Kooperation, Ideen, Menschen und Fähigkeiten - werden zu ihrer Realisierung beitragen. "Island ist bereit, zu der gemeinsamen Anstrengung, diese Ziele umzusetzen, beizutragen, erkennt jedoch die Notwendigkeit, mit einem evolutionären Ansatz auf der Grundlage gemeinsamer Strategien fortzufahren", heißt es in dem Positionspapier. Das Land argumentiert daher, dass regionale und nationale Gruppierungen mit gemeinsamen Interessen der Motor für den Aufbau des EFR sein sollten. Auf Pläne, die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) am nächsten Rahmenprogramm zu steigern, wird in der isländischen Stellungnahme detailliert eingegangen. Unter dem derzeitigen Rahmenprogramm wurden die Bedürfnisse von KMU nicht angemessen erfüllt. Überdies wird die Bedeutung schnell wachsender, aber finanziell immer noch nicht gefestigter wissensbasierter Unternehmen, die über die Größekriterien für KMU hinausgewachsen sind, betont. "Es sollte beachtet werden, dass gerade diese Unternehmen diejenigen sind, die wahrscheinlich erhebliche neue Investitionen in F&E anziehen werden und zu den Zielen von Lissabon und Barcelona beitragen" heißt es in dem Papier weiter. Die positiven Erfahrungen mit CRAFT- und STREP-Aktionen sollten die Grundlage für neue Bemühungen bilden, die Beteiligung von KMU zu steigern. Island meint auch, dass die Vereinfachung des Rahmenprogramms und seiner Verfahren ein weiterer Bereich ist, in dem es zu handeln gilt. "Die derzeitigen Instrumente und die umständlichen Verfahren, die ihnen folgen, könnten in der Tat zu Blöcken von Insidern führen, die durch ihre Insider-Kenntnisse der Mechanismen nach und nach de facto zu 'Abonnenten' der Rahmenprogrammressourcen werden könnten", wird gewarnt. "Island empfiehlt, dass die Kommission besondere Anstrengungen unternimmt, einen flexibleren Ansatz für die Wahl der Instrumente für verschiedene Projekte zu entwickeln, der den Bedürfnissen kleiner Akteure gerecht wird und den Projektteilnehmern mehr Unabhängigkeit beim Management gibt." In dem Positionspapier werden dann die thematischen Bereiche des Sechsten Rahmenprogramms benannt, die Island gerne auf das RP7 ausweiten möchte. Darüber hinaus wird die Aufmerksamkeit der Kommission auf die Auswirkungen und Herausforderungen des "sich schnell verändernden arktischen Klimas aufgrund der globalen Erwärmung" gelenkt, ein Thema, das Island gerne im kommenden Programm angehen möchte. Schließlich wird in Islands Stellungnahme der Beitrag hervorgehoben, den die Geistes- und Sozialwissenschaften zu einem besseren Verständnis der soziokulturellen Herausforderungen des Globalisierungsprozesses leisten können. "Ein besseres Verständnis der Interaktion zwischen soziokulturellen Werten und der Entwicklung der Staatsangehörigkeit, Regierungsführung und der Stellung von Minderheiten kann hilfreich für die Entwicklung von Strategien sein, um auf die Schwierigkeiten zu reagieren, die durch die derzeitige Integration von Ländern oder Regionen mit unterschiedlichen kulturellen oder nationalen Identitäten entstehen können", heißt es abschließend.
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