Frankreich schneidet im RP6 mit Ausnahme weniger Bereiche gut ab
Laut einem jüngst veröffentlichten Bericht über die Beteiligung Frankreichs am Sechsten Rahmenprogramm (RP6) bis Mitte 2005 liegt Frankreich allgemein deutlich über dem Durchschnitt, unter den besten vier Ländern. Bezüglich der KMU und ihrer Beteiligung am Forschungsprogramm seien jedoch weitere Anstrengungen erforderlich. Zur Beurteilung des Abschneidens Frankreichs stützt sich die Studie auf zahlreiche Indikatoren wie die Erfolgsrate von Projektvorschlägen und Bewerbern, den Anteil der Projekte unter französischer Leitung und den Prozentsatz der EU-Fördermittel, die Bewerbern der einzelnen Mitgliedstaaten zugesprochen werden. Bezüglich des Anteils der EU-Fördermittel, der einen guten Indikator für das Abschneiden eines Landes darstellt, treten zwei Schwierigkeiten auf: Erstens sind die zum jetzigen Zeitpunkt verfügbaren Finanzierungsdaten nicht verlässlich, da die Zuschüsse für Projekte, deren Förderung bewilligt wurde, weiteren Verhandlungen unterliegen und erst im Nachhinein genau festgelegt werden, und zweitens werden Exzellenznetze nicht berücksichtigt, obwohl sie rund ein Siebtel der Fördermittel der vorrangigen Themenbereiche ausmachen, da bei Exzellenznetzen keine Mittel an einzelne Bewerber vergeben werden. Im ersten Teil des Berichts, der sich auf eine kürzlich veröffentlichte Studie der Association Nationale de la Recherche Technique (ANRT) stützt, werden die vorrangigen Themenbereich des RP6 behandelt. Zunächst werden die globalen Ergebnisse der ersten 40 Aufrufe zur Vorschlagseinreichung unter den vorrangigen Themenbereich des RP6 zusammengefasst. Bis Ende Juni 2005 wurden von insgesamt 9.375 Projektvorschlägen 1.797 für eine Förderung ausgewählt, was einer Erfolgsrate von 19 Prozent entspricht (somit wurde fast jedes fünfte Projekt angenommen). An den Vorschlägen waren insgesamt über 127.000 Bewerber aus unterschiedlichen Ländern beteiligt. 28.117 von ihnen wurden ausgewählt, sodass die durchschnittliche Erfolgsrate bei den Bewerbern 22 Prozent betrug. Frankreich schnitt dabei überdurchschnittlich gut ab. Die Erfolgsrate französischer Bewerber lag bei 27,2 Prozent und damit unter der von Belgien (28,2 Prozent), den Niederlanden (28 Prozent) und Norwegen (27,6 Prozent), aber höher als bei Bewerbern aus dem Vereinigten Königreich (25 Prozent) und Deutschland (24 Prozent). In 65 Prozent der zur Förderung durch die EU ausgewählten Projekte war zumindest ein Beteiligter aus Frankreich vertreten. Nur Deutschland (in 78 Prozent der Projekte vertreten) und das Vereinigte Königreich (69 Prozent) schnitten in dieser Hinsicht besser ab. Insgesamt 15 Prozent der ausgewählten Projekte werden von französischen Staatsbürgern koordiniert. Damit liegt Frankreich zwar hinter Deutschland (20 Prozent), aber vor dem Vereinigten Königreich (13 Prozent). Aus den Gesamtzahlen der 40 ersten Aufrufe zur Vorschlagseinreichung (mit Ausnahme von Exzellenznetzen) geht hervor, dass die EU-Zuschüsse für Frankreich etwas über 1 Milliarde Euro lagen und damit rund 13,2 Prozent der von den ausgewählten Projekten beantragten Fördermittel ausmachten. Hier liegt Frankreich hinter Deutschland (20 Prozent) und dem VK (13,6 Prozent) auf dem dritten Rang. Ferner wird in dem Bericht das Profil der Bewerber (akademische Forschung gegenüber industrieller und sonstiger Forschung) analysiert. Nimmt man alle Länder zusammen, so gingen 65 Prozent der RP6-Fördermittel an akademische Forschungspartner (Universitäten und Forschungszentren), gegenüber 60 Prozent beim RP5. Industrielle Partner (einschließlich KMU) erhielten lediglich 27 Prozent der Forschungszuschüsse. Die Beteiligung von KMU am RP6 lag insgesamt durchschnittlich bei 15 Prozent. Da KMU hingegen nur 10 Prozent des französischen Anteils ausmachten, sehen die Verfasser des Berichts in diesem Bereich für das Land besonderen Nachholbedarf. Im vorrangigen Themenbereich "Luft- und Raumfahrt" erzielte Frankreich hinsichtlich Beteiligung, Erfolgsraten und Anteil an EU-Fördermitteln ein besonders gutes Ergebnis. Auch in den Bereichen "Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit", "Globale Veränderungen und Ökosysteme", "Nachhaltiger Land- und Seeverkehr" und "Technologien der Informationsgesellschaft" schnitt Frankreich gut ab. Im vorrangigen Themenbereich "Forschung und Innovation" lag Frankreich im Mittelfeld, und im Bereich "Spezielle Tätigkeiten der internationalen Zusammenarbeit" fiel das Ergebnis zwar sehr schlecht aus, doch lagen aufgrund der Beschaffenheit dieser Tätigkeiten, an denen auch zahlreiche Partner aus Drittländern beteiligt sind, hier auch die meisten anderen Mitgliedstaaten nicht besser. Abschließend wird in dem Bericht das "äußerst schlechte Abschneiden" Frankreichs im Bereich "Spezielle Forschungsaktivitäten für KMU" hervorgehoben.
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