Neue Broschüre stellt hundert Biotechnologie-Angebote vor
Die Europäische Kommission hat eine neue Broschüre veröffentlicht, in der hundert Technologieangebote vorgestellt werden, die aus von der EU geförderten Biotechnologie-Projekten hervorgegangen sind. Der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik betont in seinem Vorwort: "Europa hat den Ruf, in der Forschung sehr stark zu sein, doch schwach in der Nutzung der Forschungsergebnisse." Er ist überzeugt, dass die Präsentation der Angebote in dieser Weise europäische Forscher ermutigen wird, die Nutzung ihrer eigenen Forschungsergebnisse voranzutreiben. Die Angebote sind in sechs Bereiche gegliedert: Biopharmaceuticals (Biopharmazeutika), Food Biotechnology (Lebensmittel-Biotechnologie), Plant Biotechnology (Pflanzen-Biotechnologie), Biomedical Technology - Therapy (Biomedizin-Technologie - Therapie) und Biomedical Technology - Diagnostic (Biomedizin-Technologie - Diagnostik). Ein Beispiel ist ein Schnelltestsystem für Mikroorganismen in Lebensmitteln, Getränken und der Umwelt. Diese neue Technologie trägt den Namen FastScan. Sie beruht auf einem Test mit einer an Enzyme gebundenen Hybridisierung mit einer elektrischen Signalauslesung. Der Vorteil der neuen Technologie, so die Erfinder, ist die Tatsache, dass sie hoch sensibel und flexibel ist und weniger Zeit erfordert als bisherige Methoden - die Analyse dauert nur wenige Stunden und nicht wie bisher mehrere Tage. In der Broschüre werden auch die Schwächen Europas bezüglich der Nutzung von Ergebnissen angesprochen. Vieles könne durch die geringe Beteiligung der Industrie erklärt werden, die oft das Wissen und die Erfahrung mit dem Umgang mit geistigen Eigentumsrechten habe, das manchen akademischen Institutionen fehlt. Ferner wird in der Broschüre bemerkt, dass während der Vorbereitung der Veröffentlichung verschiedene Nutzungswege entdeckt wurden. Der gewählte Weg hängt von verschiedenen Faktoren ab, so z. B. von den Unternehmern, ihrem persönlichen Hintergrund und ihren Kenntnissen, den Arten von Organisationen, für die sie zuvor gearbeitet haben, dem Herkunftsland und der Regionalpolitik bezüglich Start-ups.