Britische Regierung fragt die Bürger nach ihrer Meinung zu Atomkraft
Die britische Regierung befragt in einem Konsultationsprozess die Bürger des Landes, ob ihrer Meinung nach Kernkraft in die Suche nach sauberen und nachhaltigen Energiequellen mit einbezogen werden soll. Ein Weißbuch zu Energie aus dem Jahr 2003 habe sich, so der britische Handelsminister Alan Johnson, "richtigerweise" auf die Förderung von erneuerbarer Energie und Energieeffizienz konzentriert, aber die Tür zur Kernkraftfrage "offen" gelassen. Als Reaktion auf die Gerüchte, die Regierung habe bereits beschlossen, das britische Kernkraftnetz zu erweitern, sagte Johnson, die Gesundheits- und Sicherheitsbehörden untersuchten zwar die Sicherheit, Kosten und Eignung der bestehenden Atomkraftwerke, würden aber gleichzeitig andere Wege der Stromerzeugung prüfen, zum Beispiel Windkraftanlagen, Gastransport und -lagerung sowie CO2-Abscheidung und -Speicherung. Kohle- und Atomkraftwerke, die derzeit 30 Prozent des britischen Stroms erzeugen, so Johnson in einem Interview mit der BBC, werden bis 2020 geschlossen werden. Umweltgruppen haben sich gegen die Atomoption ausgesprochen. So forderte der Exekutivdirektor von Friends of the Earth, das VK solle seinen Energiebedarf über die Reduzierung der Energieverschwendung, über den Einsatz erneuerbarer Energien und über einen effizienteren Einsatz fossiler Energieträger decken. Die Engineering Employers Federation betonte dagegen, dass es in erster Linie darum gehe, wie schnell eine Lösung gefunden werde, und dass die Regierung alle Optionen, auch Atomkraft, in Betracht ziehen müsse.
Länder
Vereinigtes Königreich