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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Neue Studie gewinnt Erkenntnisse über den Fortschritt von Bakterien

Ein Team der Universität Flandern in Belgien hat zusammen mit Kollegen der Universität Gent einen wichtigen Pfad entdeckt, der sich bei Tieren - und Menschen - entwickelt, wenn sie von Bakterien angegriffen werden. Diese Entdeckung beleuchtet die Art und Weise, wie der Körper ...

Ein Team der Universität Flandern in Belgien hat zusammen mit Kollegen der Universität Gent einen wichtigen Pfad entdeckt, der sich bei Tieren - und Menschen - entwickelt, wenn sie von Bakterien angegriffen werden. Diese Entdeckung beleuchtet die Art und Weise, wie der Körper mit Bakterien umgeht, und könnte zu neuen Ansätzen bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen führen. Wir wissen, dass Bakterien Infektionen hervorrufen können. Aber im Grunde ist es schwierig für die Bakterien, in den menschlichen Körper zu gelangen, und das körpereigene System kann die Bakterien sehr wirkungsvoll unschädlich machen. Wenn aber die Bakterien aggressiv genug und unsere Abwehrkräfte zu langsam sind und vielleicht unser gesamter Gesundheitszustand geschwächt ist, dann kann sich leicht eine Infektion ausbilden. In einem normalen Körper entdeckt das Immunsystem die Bakterien und bindet einen Rezeptor, den so genannten TLR4, an einen Baustein der Bakterienwand - LPS (Lipopolysaccharid). Dies löst eine ganze Kette von Reaktionen aus, die eine lokale Entzündung hervorrufen, die wiederum die Bakterien eliminiert. Ist die Entzündung zu stark, kann ein tödlicher Schock eintreten. Die Wissenschaftler untersuchten eine spezielle Mausart (die SPRET/Ei), die resistent gegen LPS ist und somit auch gegen den von LPS hervorgerufenen Schock. In dem Versuch verabreichten die Forscher den Mäusen große Dosen an LPS, um eine bakterielle Infektion zu simulieren. Das sollte eine starke Entzündung bei den Mäusen hervorrufen, die zum Tod führt. Aber die Mäuse überlebten. Das Team ging nun davon aus, dass die Mäuse überlebten, weil ihnen Typ-1-Interferone fehlen. Diese sind Teil der Kette, die die Entzündung auslöst, die dann den Körper von den Bakterien befreit. Um diese Theorie zu prüfen, verabreichten die Wissenschaftler den Mäusen Typ-1-Interferone und gaben dann LPS dazu. Und in der Tat waren die Mäuse nun nicht mehr LPS-resistent und entwickelten eine Entzündung. Das beweist, dass Typ-1-Interferone ein wesentlicher Baustein der Entzündung sind, und somit auch des körpereigenen Abwehrsystems. Auch dies wollten die Forscher nachweisen: Sie setzten die interferonfreien Mäuse Listeria-Bakterien aus. Listeria verfolgen bekannterweise einen sehr ungewöhnlichen Angriffspfad, zu dem auch Interferone gehören. Die Mäuse waren, wie erwartet, resistent gegen Listeria, was bestätigt, dass die LPS-Resistenz auf die Abwesenheit der Interferone zurückzuführen war. Die in diesem Forschungsprojekt untersuchten Pfade könnten auch bei anderen Entzündungskrankheiten, zum Beispiel Arthritis, eine Rolle spielen. Tina Mahieu, eine der Forscherinnen, erklärte: "Wir haben das noch nicht getestet, da wir uns mit unserem Versuch ausschließlich auf septischen Schock konzentrierten. Wir wissen noch nichts Weiteres. Wir haben ein Molekül gefunden, das auch bei anderen Krankheiten wichtig sein könnte, aber wir können das nicht genau sagen."

Länder

Belgien

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