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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Reduzierung von Herzerkrankungen: Statine haben möglicherweise Schlüsselfunktion

Für viele ältere Menschen gehört die Einnahme von Statinen, d. h. von Medikamenten, die die Konzentration an "schlechtem" Cholesterin im Blut senken und das "gute" Cholesterin erhöhen, zum täglichen Gesundheitsprogramm. Im Rahmen einer neuen US-Studie sind Patienten mit Herz...

Für viele ältere Menschen gehört die Einnahme von Statinen, d. h. von Medikamenten, die die Konzentration an "schlechtem" Cholesterin im Blut senken und das "gute" Cholesterin erhöhen, zum täglichen Gesundheitsprogramm. Im Rahmen einer neuen US-Studie sind Patienten mit Herzerkrankungen in 53 Zentren in den USA, Kanada, Europa und Australien untersucht worden. Ergebnis dieser Studie war, dass Rosuvastatin in seiner Wirkung die anderen Statine übertrifft, da es nicht nur Cholesterinwerte verbessert, sondern auch Gefäßablagerungen, die Ursache der Arterienverkalkung bzw. Arteriosklerose sind, verringert. "Diese Wirkung ist noch nie zuvor in einer Studie mit Statin-Präparaten beobachtet worden", lässt das American College of Cardiology verlauten, dessen Mitglieder sich in Atlanta trafen. Außerdem wurde festgestellt, dass das Präparat "schlechtes" Cholesterin senkt und "gutes" erhöht, und zwar in beispiellosem Ausmaß. Die Ergebnisse könnten einen Durchbruch in der Behandlung von Herzerkrankungen darstellen, die in Europa die häufigste Todesursache sind. Verstopfte Arterien sind die Hauptursache für Herzinfarkte. Eine Entfernung von Gefäßablagerungen würde die Herzinfarktrate senken und die Lebensqualität der Patienten erhöhen. "Bisherige Studien mit Statinen haben die Entstehung von koronaren Herzerkrankungen zwar verlangsamt, aber den Prozess nicht rückgängig machen können. Die Behandlung mit Rosuvastatin hat die Konzentration an 'schlechtem' Cholesterin in hohem Maße gesenkt und überraschenderweise das 'gute' Cholesterin stark erhöht", erklärte Dr. Steven Nissen von der Cleveland Clinic, der leitender Autor der Studie ist. "Wir schließen daraus, dass ein niedriger LDL-Spiegel ('schlechtes Cholesterin'), der die empfohlenen Richtwerte nicht überschreitet, zusammen mit einem erhöhten HDL-Spiegel ('gutes Cholesterin') die Plaqueablagerungen in den Herzkranzarterien teilweise zurückbilden kann." Die zweijährige Studie hat jedoch nicht von allen Seiten Zustimmung geerntet. Das Präparat kann schwere Nebenwirkungen haben, u. a. Nierenbeschwerden und Rhabdomyolyse (Muskelzerfall). Außerdem wurde den Versuchspersonen 40 mg pro Tag verabreicht, d. h. das Doppelte der normalen Tagesdosis. Bei den Patienten kam es zu einer durchschnittlichen Reduzierung der Arterienverkalkung um 6,8 bis 9,1 Prozent. Im Jahr 2004 hatte der Arzneimittelhersteller AstraZeneca, der die Studie finanziert hat, einen viel beachteten Disput mit der Zeitschrift The Lancet und der US-Organisation Public Citizen, bei der es um die Sicherheit von Rosuvastatin ging, das unter dem Arzneimittelnamen Crestor auf dem Markt ist. Die vollständigen Ergebnisse werden nächsten Monat zusammen mit einer Peer-Review veröffentlicht.

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