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Satellite-based Wetland Observation Service

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Monitoring von Feuchtgebieten per Satellit

Feuchtgebiete sind als Ökosysteme Hotspots der Artenvielfalt, weisen jedoch weltweit den höchsten Rückgang auf. Mithilfe von Erdbeobachtungssatelliten entwickelte die Initiative SWOS Überwachungsinstrumente für das Management und den Schutz von Ökosystemen.

Klimawandel und Umwelt

Feuchtgebiete spielen eine zentrale Rolle im Wasserkreislauf und in der Klimaregulierung und bieten durch ihre Ökosystemdienstleistungen (Freizeit, Tourismus usw.) verschiedene wirtschaftliche Vorteile. Jedoch stellen anthropogene Aktivitäten wie die stärkere städtische und landwirtschaftliche Flächennutzung sowie Umweltverschmutzung das Gleichgewicht dieser Ökosysteme infrage. Erhaltungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen sind mangels wissenschaftlicher Daten über Feuchtgebiete nur schwer umzusetzen. Um diese Ökosysteme in der europäischen Politik stärker zu berücksichtigen, verpflichteten sich die Mitgliedstaaten der EU, die Ökosystemdienstleistungen genauer zu erfassen und zu bewerten. So sollte das EU-finanzierte Projekt SWOS Informationen zu den Ökosystemen der Feuchtgebiete bereitstellen und dazu Daten von Sentinel-Satelliten nutzen. SWOS war ein neues Partnerschaftsvorhaben, an dem sich Nutzerorganisationen, Forschung und Unternehmen beteiligten, die sich auf innovative Methoden für den Erhalt von Feuchtgebieten spezialisiert haben. Projektkoordinatorin Kathrin Weise erklärt hierzu: „SWOS soll einen benutzerfreundlichen Überwachungs- und Informationsdienst für Feuchtgebiete bereitstellen, der von Nutzern für Nutzer entwickelt wurde.“ Werkzeuge zur Überwachung von Ökosystemen Für die Überwachung von Feuchtgebieten entwickelte SWOS Dienste wie Karten und Indikatoren, eine Software-Toolbox und ein Community-Portal. Erstellt wurden insgesamt neun Indikatoren wie Landnutzung, Landbedeckung, Wasserqualität und Oberflächentemperatur zusammen mit Karten, die deren zeitliche und räumliche Veränderungen darstellen. Die Methodik, mit der bewertet werden kann, wie Feuchtgebietsökosysteme zur Hochwasserregulierung beitragen, stellt beispielhaft dar, wie sich mit solchen Indikatoren die Ursachen verschiedener Phänomene wie Hochwasser analysieren lassen. Weise erklärt weiter: „Mit der Software-Toolbox GEOclassifier, die speziell auf die Kartierung, das Monitoring und die Berichterstattung zu Feuchtgebieten zugeschnitten ist, können Nutzer Satellitenbilder verarbeiten und spezifische Indikatoren abbilden.“ So werden aktuelle Beobachtungsdaten mit früheren Informationen verglichen, wobei Satellitendaten genutzt werden, die bis ins Jahr 1972 zurückreichen. Auf diese Weise können die biologische Vielfalt und dynamische Veränderungen in bestimmten Feuchtgebieten über bestimmte Zeiträume dokumentiert werden. Auf Anfrage von Nutzern wurde diese Indikatorenkartierung auf bestimmte Fälle angewendet, um Informationen zu 50 Feuchtgebieten in Europa, Afrika und dem Nahen Osten zu erhalten. Die Fälle zeigen, wie das Management von Feuchtgebieten mittels Satellitendaten verbessert werden kann. Alle Informationen zu Feuchtgebieten sind im GEO-Wetlands-Portal zusammengefasst, einem leicht zugänglichen Einstiegspunkt, der SWOS-Daten und externe Datenbanken kombiniert. Zudem werden der Zustand der Feuchtgebiete und ihre Leistungskapazität über Geodaten, Indikatoren und Statistiken dargestellt. Erfolge bei der Umsetzung von SWOS-Diensten SWOS-Produkte und -Dienste kommen all denjenigen zugute, die natürliche Ressourcen mittels Fernerkundung überwachen und Daten für das Management von Feuchtgebieten bereitstellen, etwa regierungsunabhängige Organisationen, Forschungseinrichtungen und Agenturen zum Schutz natürlicher Ressourcen. Unter Berücksichtigung der hydrologischen und ökologischen Merkmale eines Feuchtgebietes kann SWOS eine integrierte Bewertung des Ökosystems und möglicher Gefahren vornehmen und ein umfassenderes Bild über den Zustand von Feuchtgebieten weltweit liefern. Mit dem SWOS-Ansatz zur Kartierung von Feuchtgebietsökosystemen in Griechenland etwa gelang es lokalen Behörden dort, das Ausmaß der Veränderungen in den Feuchtgebieten einzuschätzen, die beispielsweise durch landwirtschaftliche Nutzung bedingt sind. In Tansania haben neuere Entwicklungen bei der Flächennutzung Managern von Feuchtgebieten gezeigt, welche Strategien sowohl für die wirtschaftliche Entwicklung als auch die Nachhaltigkeit natürlicher Ressourcen wichtig sind. Insgesamt bietet SWOS einen innovativen satellitengestützten Ansatz zur Überwachung und Bewertung von Feuchtgebieten. Mit Blick auf die Zukunft ist Weise zuversichtlich, dass „die Erfolge von SWOS den Niedergang von Feuchtgebieten umkehren können, wenn entsprechende Aufklärung betrieben wird“.

Schlüsselbegriffe

SWOS, Feuchtgebiete, Ökosystem, Indikator, Satellit

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27 Juni 2022