Französische Regierung kündigt 40 Maßnahmen an, die Intelligenz und Investitionen anziehen sollen
Der französische Premierminister Dominique de Villepin hat 40 Maßnahmen angekündigt, die ausländische Studenten und Forscher nach Frankreich locken und günstige Bedingungen für Franzosen schaffen sollen, die aus dem Ausland zurückkehren möchten. Das neue Paket ist Teil eines langfristigen Aktionsplans, den die Regierung 2003 initiiert hatte, um Frankreich "investorenfreundlicher" zu machen. Viele der jetzt genannten Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, zum Beispiel im Jahr 2005 die Agentur für Industrieinnovation (AII) und die Nationale Forschungsagentur (ANR). Im Rahmen eines Regierungsseminars am 22. Mai skizzierte de Villepin einige der Maßnahmen und sagte, das Paket sei ein wesentlicher Bestandteil der Regierungspolitik zur Förderung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung, einem wichtigen Thema in einer globalisierten Wirtschaft: "Die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wachstum, steigender Wohlstand, all das hängt von der Fähigkeit eines Landes ab, Talent, Intelligenz und Investitionen anzuziehen." "Wir müssen [...] einen Weg finden, um Investitionen ins Land zu holen, ein gastfreundliches Land zu bleiben, ein Land, das offen für jeden ist, der ein wirtschaftliches Projekt in Frankreich realisieren möchte, für jeden, der in unser Land kommen und hier studieren möchte", so de Villepin weiter. Das erste Maßnahmenbündel konzentriert sich darauf, Frankreich zum bevorzugten Ziel für talentierte ausländische Studenten zu machen. So soll es zum Beispiel für ausländische Studenten mit einem Magisterabschluss einfacher werden, nach ihrem Studium in Frankreich zu arbeiten, indem sie eine sechsmonatige Verlängerung ihres Visums beantragen können. Dadurch müssten die Studenten nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren, um dort ein neues Visum zu beantragen. Das Paket sieht auch ein Programm zur Ausweitung des Netzes von Studentenservicezentren (CEF) vor. Die CEF bieten ausländischen Studenten, die ihr Studium in Frankreich fortsetzen möchten, Informationen und Beratung an. Zu den Aufgaben der Zentren gehören die Überprüfung der Pläne der Studenten für ihr weiteres Studium und die Unterstützung der Institutionen in Frankreich bei der Auswahl der am besten qualifizierten Bewerber. Das zweite Maßnahmenbündel soll Spitzenforscher nach Frankreich holen. Vorgesehen ist die weitere Unterstützung der "Chaires d'excellence", ein Plan, der Lehrstühle in den Unterrichts- und Forschungsinstitutionen in Frankreich für ausländische oder zurückkehrende erfahrene Wissenschaftler und Nachwuchswissenschaftler frei hält. Hier wird die neu gegründete ANR sowohl die Kosten der Bewerber als auch die Kosten für zusätzliche Stellen tragen, die die Forscher für ihr Team brauchen. Eine weitere Maßnahme betrifft das Descartes-Programm, das sich auf junge Wissenschaftler spezialisiert. Ab August 2006 werden im Rahmen dieses Programms 200 Stipendien an viel versprechende französische Bewerber vergeben, die über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Prämie in Höhe von 30 Prozent ihres Gehaltes bekommen. Das Paket schlägt auch Maßnahmen zur Unterstützung von Wissenschaftlern vor, die im Ausland leben, aber an Start-up-Projekten in Frankreich beteiligt sind. Ihnen wird individuelle Unterstützung zugesagt, aber auch die Möglichkeit, technologische Partnerschaften mit französischen Unternehmen zu entwickeln. Das dritte Maßnahmenbündel soll erstklassige Mehrwertunternehmen nach Frankreich holen. Dazu gehören Maßnahmen, die Forschung und Entwicklung (F&E) in Frankreich wirtschaftlich attraktiver machen, zum Beispiel, indem die F&E-Steuervergünstigung von fünf auf zehn Prozent erhöht wird. Das überarbeitete Steuersystem sieht vor, dass Unternehmen einen höheren Anteil der Kosten - bis zu zehn Millionen Euro anstatt wie bisher zwei Millionen - für Forschungsaufträge, die an Forschungsinstitutionen in der EU weiter vergeben wurden, für die Steuervergünstigung ansetzen können.
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