Französische Regierung geht Geschlechterkluft in Wissenschaft und Hochschulbildung an
Es muss mehr getan werden, um wissenschaftliche Laufbahnen für französische Frauen attraktiver zu gestalten und die "gläserne Decke", die Frauen am Erreichen leitender Positionen in Forschung und Hochschulbildung hindert, zu beseitigen. Dies sind nur zwei der Punkte, die in einem kürzlich veröffentlichten Bericht eines Ministerausschusses für die berufliche Gleichstellung der Geschlechter in Forschung und Hochschulbildung hervorgehoben wurden. Trotz eines allmählichen Anstiegs in den vergangen zehn Jahren ist die Zahl der Forscherinnen in Frankreich nach wie vor niedrig. 2004 waren nur 28 Prozent der Forscher Frauen; viele von ihnen waren im öffentlichen Sektor tätig. In der Hochschulbildung scheint sich die Lage etwas besser darzustellen; hier nehmen Frauen über 50 Prozent der Forschungspositionen ein. Betrachtet man sich die Situation allerdings etwas genauer, dann erkennt man, dass es sich in der Grundlagen- und angewandten Forschung bei lediglich 27 Prozent der Forscher und in Ingenieurschulen bei nur 25 Prozent der Forscher um Frauen handelte. Im Bericht wird eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen, mit denen ein Gleichgewicht hergestellt werden soll. Viele dieser Empfehlungen haben bereits grünes Licht von François Goulard, dem französischen Minister für Hochschulwesen und Forschung, erhalten. Darunter: - klarere Definition der Geschlechtergleichstellungspolitik in Hochschulbildung und öffentlichen Forschungseinrichtungen; - Entwicklung von Hochschulprogrammen und Ausweitung der Doktorandenstipendien zur Abdeckung von Mutterschafts- und Adoptionsurlaub; - Ausweitung der wissenschaftlichen Disziplinen, die vom Irene-Joliot-Curie-Preis abgedeckt werden - eine Auszeichnung für Frauen in Wissenschaft und Technologie, die nach der Physikerin, Nobelpreisträgerin und Tochter von Marie Curie benannt ist. In Einklang mit der Empfehlung, Wissenschaft für junge Mädchen in Grund- und weiterführenden Schulen attraktiver zu machen, kündigte Goulard an, dass insgesamt 500 000 EUR für Kampagnen zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft vorgesehen sind. Goulard betonte außerdem, wie wichtig es sei, dass Frauen in leitenden Positionen stärker vertreten seien, und dass sichergestellt werden müsse, dass die Mitarbeiter in Hochschulbildung und Forschungseinrichtungen das Geschlechterverhältnis in der Bevölkerung widerspiegeln.
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