Britische Regierung leitet öffentliche Debatte über Wissenschaft ein
Die britische Regierung hat eine öffentliche Debatte über die Wissenschaft und Technologie der Zukunft eingeleitet. Mit der Initiative "sciencehorizons" werden die Bürger aufgerufen, in Gruppen entweder privat, in Pubs oder Gemeinderäumen zusammenzukommen, um darüber zu diskutieren, wie neue wissenschaftliche Entdeckungen sich in den nächsten Jahrzehnten auf ihren Alltag auswirken könnten. Auch Großveranstaltungen unter Beteiligung von Wissenschaftlern und Vertretern der Öffentlichkeit sind geplant. Das Projekt wird vom britischen Handels- und Industrieministerium finanziert. "In den kommenden Jahrzehnten werden mit neuen Entdeckungen und der Entwicklung neuer Technologien umfassende ethische Debatten zum Thema Wissenschaft ausgelöst", so der britische Minister für Wissenschaft und Innovation Malcom Wicks. "Wir alle sollten uns an der bewussten Entscheidungsfindung darüber, wie wir wissenschaftliche und technologische Fortschritte entwickeln und nutzen wollen, beteiligen." Um die Öffentlichkeit bei der Organisation und Durchführung von Debatten zu unterstützen, hat sciencehorizons vier spezielle Diskussionspakete zusammengestellt, die sich auf spezielle Themen konzentrieren, z. B. "Geist und Körper" oder "Menschen und Planeten". Mit den Diskussionspaketen werden Zukunftsprognosen präsentiert, basierend auf Informationen von Experten des jeweiligen Bereichs. Anschließend wird die zugrunde liegende Wissenschaft erläutert, und es werden Ideen zur Diskussionsanregung gegeben. Die Gruppen sind gebeten, die Ergebnisse ihrer Diskussionen festzuhalten und auf der Website von sciencehorizons zu veröffentlichen. Die Ergebnisse der Initiative, die der Politik zur Festlegung der Forschungsausrichtung und Regulierung von Wissenschaft und Technologie dienen sollen, werden der Regierung im Herbst vorgelegt. "Das aufregende neue Projekt sciencehorizons wird uns zeigen, wie die Menschen die Zukunft der Wissenschaft sehen, und der Wissenschaftsgemeinschaft ermöglichen, sowohl ihre Hoffnungen als auch Ängste in Bezug auf künftige Entwicklungen anzuhören und darauf zu reagieren", so Martin Earwicker, Direktor des National Science Museum und Leiter der Gruppe, die das Projekt betreut.
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Vereinigtes Königreich