Schottische F&E-Ausgaben immer noch geringer als in EU
Das schottische nationale Statistikamt (Office for National Statistics - ONS) hat Zahlen bekannt gegeben, aus denen hervorgeht, dass das Land - obwohl die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (E&F) seitens der schottischen Unternehmen seit 1999 enorm gestiegen sind - immer noch hinter den anderen EU-Ländern zurückbleibt. In dem Bericht "Business Enterprise Research and Development Scotland 2005" heißt es, dass die F&E-Investitionen 2005 bei 882 Millionen Euro lagen, gegenüber 746 Millionen im Vorjahr. Dies stellt einen realen Anstieg von 16 Prozent dar. "F&E-Ausgaben in Schottland sind im Sechsjahreszeitraum zwischen 1999 und 2005 real um 29 Prozent gestiegen, verglichen mit einem realen Anstieg von 3 Prozent im Vereinigten Königreich. Damit befinden sich die Ausgaben für F&E in Schottland auf dem höchsten Stand seit 1999", so der Bericht. Allerdings stellt diese Zahl lediglich 0,59 Prozent des schottischen Bruttosozialprodukts (BIP) dar, während im UK 1,08 Prozent des BIP und in der EU25 durchschnittlich 1,12 Prozent des BIP investiert werden. Somit liegt der prozentuale Anteil der F&E-Ausgaben der Unternehmen am BIP in Schottland unter dem der meisten anderen EU-Länder. In Irland etwa betrug der Anteil der F&E-Investitionen der Wirtschaft am BIP 0,82 Prozent, während Schweden auf 2,92 Prozent des BIP kam. Darüber hinaus wurden in Schottland 50 Prozent der F&E von Unternehmensseite von US-Firmen getätigt, während lediglich 24 Prozent auf schottische Firmen entfielen. Allerdings schnitt Schottland im Bereich der F&E an Hochschulen gut ab. Nach Aussage des Berichts lagen die F&E-Ausgaben im Hochschulbereich 2004 bei 920 Millionen Euro, was 12,8 Prozent der UK-Ausgaben als Ganzes und 0,65 Prozent des BIP ausmacht. Das entspricht einem Anstieg von 53 Millionen EUR seit 2003. "Auch im internationalen Vergleich schneidet Schottland gut ab. Schottlands F&E-Ausgaben im Hochschulbereich gemessen am BIP liegen im ersten Quartil der OECD-Länder (Organisation of Economic Corporation and Development - Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), und nur Kanada, Finnland und die Schweiz liegen noch vor Schottland", so die Verfasser des Berichts. In dem Bericht werden Zweifel laut, ob Schottland, das Vereinigte Königreich und die gesamte EU das Barcelona-Ziel, bis 2010 drei Prozent des BIP in die Forschung zu investieren, überhaupt erreichen können.
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