Europäisch-chinesisches Projekt will saubere Kohlekraftwerke entwickeln
Ein neues EU-finanziertes Projekt wird europäische und chinesische Forscher zusammenbringen, um sauberere Kohlekraftwerke in China zu entwickeln und zu bauen. Um dem ständig steigenden Energiebedarf der größten Bevölkerungsgruppe der Welt zu begegnen, hat sich China zurzeit zu einem massiven Programm für den Bau einer großen Anzahl neuer Kraftwerke verpflichtet. Allein 2005 hat das Land seine Generatorenkapazität um über 52 Gigawatt erhöht. Die meisten dieser neuen Kraftwerke sollen mit Kohle betrieben werden, weshalb erwartet wird, dass China bis 2010 der größte Erzeuger von Kohlendioxid (CO2) sein wird. Die Zielsetzung des COACH-Projekts (Cooperation Action Within CO2 Capture and Storage China-EU - Kooperationsmaßnahme zur CO2-Abscheidung und -Lagerung China-EU) ist es, europäische Sachkenntnis zur Planung eines mit Technologien zur CO2-Abscheidung und -Lagerung ausgestatteten Kohlekraftwerks zu nutzen. Dieses soll bis 2010 in China gebaut werden. Die Projektpartner werden festlegen, welche der älteren chinesischen Kraftwerke voraussichtlich durch neuere Anlagen ersetzt werden sollen, und evaluieren, welche der neuen Projekte sich am besten für den Einsatz von CO2-Abscheidungstechnologien eignen. Sie werden dann Empfehlungen abgeben, welche Arten von Technologien oder Methoden zur Handhabung des Kohlendioxids bei den einzelnen Kraftwerken einzusetzen sind. "COACH wird europäischen Anbietern die Möglichkeit geben, sich auf einem zukünftigen chinesischen Markt für CO2-Abscheidungstechnologien zu positionieren", betont Jens Hetland, Forscher am SINTEF, einem der Projektpartner. "COACH wird außerdem sowohl den Europäern als auch den Chinesen die Chance eröffnen, CO2-Technologie für die Nutzung in anderen Regionen der Welt zu entwickeln." Das Projekt fällt in den Aufgabenbereich der Anfang 2006 von der EU und China unterzeichneten Partnerschaft, um das Problem des Klimawandels in Angriff zu nehmen. Es führt Partner sowohl aus China und der EU sowie Vertreter von Hochschulen, aus der Erdölindustrie und anderen Industriezweigen zusammen. Das Projekt läuft über einen Zeitraum von drei Jahren.
Länder
China, Norwegen