Britische Regierung fördert öffentliche Debatte über Stammzellenforschung
Zwei führende britische Forschungseinrichtungen planen die Einleitung einer nationalen öffentlichen Debatte über Stammzellenforschung. Das von der britischen Regierung bezuschusste Programm mit einem Wert von 300 000 GBP (445 000 EUR) steht unter der Leitung des Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC) und des Medical Research Council (MRC). Ziel ist die Bereitstellung eines Forums, das der Öffentlichkeit die Möglichkeit gibt, ihre Meinung und ihre Bedenken in Bezug auf Stammzellenforschung zu äußern. An der Debatte werden auch Wissenschaftler teilnehmen, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie Stammzellenforschung durchgeführt wird und welche neuen Therapiemöglichkeiten sie gegebenenfalls hervorbringen wird. "Es ist wichtig, dass sich Wissenschaftler, die in Bereichen wie Stammzellenforschung tätig sind, um einen konstruktiven Dialog mit der Öffentlichkeit bemühen", so Julia Goodfellow, Vorstandsvorsitzende des BBSRC. "Mit dem neuen Programm erhalten Wissenschaftler, Sponsoren und die Regierung einen Eindruck von der Stimmung, die derzeit in der Öffentlichkeit in Bezug auf Stammzellenforschung herrscht, und im Gegenzug haben Mitglieder der Öffentlichkeit Gelegenheit, ihren Ansichten und Bedenken Ausdruck zu verleihen." Die Diskussion wird ferner zum Aufbau vertrauensvoller Beziehungen zwischen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit beitragen. "Wissenschaftler, die sich mit Stammzellenforschung befassen, möchten sicherstellen, dass die Öffentlichkeit nach wie vor Vertrauen in ihre Forschung setzt und sie befürwortet", erklärt Colin Blakemore, Vorstandsvorsitzender des MRC. "Dazu muss die Öffentlichkeit allerdings wissen, welche Art von Forschung durchgeführt wird, und sie muss über die Hintergründe informiert sein. Außerdem wollen wir die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, welche Möglichkeiten die Forschung bietet und was realistischerweise erreicht werden kann und vor allem, wie wichtig in der Wissenschaft eine minuziöse, sorgfältige Vorgehensweise ist, die auch ethische Aspekte berücksichtigt." Das Programm zum Dialog mit der Öffentlichkeit wird in den kommenden Monaten anlaufen. Ausgangspunkt stellt die Zusammenstellung eines Gremiums dar, bevor im Herbst dieses Jahres der offizielle Startschuss fällt.
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Vereinigtes Königreich