Satellitenradio der Europäischen Weltraumorganisation auch auf der Erde im Einsatz
Knackende Radiosender, abbrechende Signale in Tunneln und die schwierige Einstellung der richtigen Frequenz könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat einen Satellitenempfänger und einen digitale Festplattenrekorder für Autos entwickelt, die es dem Benutzer erlauben, sowohl Satellitenradio als auch Musik und Video 'on demand' vorzuprogrammieren, aufzunehmen und abzuspielen. Das System der ESA konvertiert die empfangenen Satellitensignale in digitale Dateien, die auf einer Festplatte gespeichert werden, sodass sie jederzeit und überall abgespielt werden können, und vermeidet so den Verlust des Signals bei der Fahrt durch einen Tunnel. Anstatt neue Satelliten und ein Netzwerk aus auf der Erde stationierten Sender zu verwenden, benutzt das unter dem Projekt "Ku-Band for Multimedia to Vehicles" entwickelte System bestehende Fernsehsatelliten, die am Ende ihrer Funktionsdauer stehen. "Die Satelliten haben ihren Dienst viele Jahre lang verrichtet und Erträge erwirtschaftet. Dieses Extra-Leben ist ein Bonus, und sie sind recht günstig zu haben", sagte Rolv Midthassel, Koordinator des Projekts und Kommunikationsingenieur bei der ESA. Das Versuchssystem wurde drei Jahre lang bei der Weltraumorganisation entwickelt, und wenn es auf den Markt gebracht wird, ist es der erste Satellitenradioservice für das Auto in Europa. "Der nächste Schritt wäre es, daraus ein Produkt zu entwickeln, aber hier muss die Industrie die Initiative ergreifen", sagte Midthassel. Das Autoradiosystem der ESA wurde gemeinsam mit SES Astra, BMW, dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR), Dornier Consulting, der Deutschen Welle, der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Institut für Rundfunktechnik, der Technischen Universität Braunschweig und TriaGnoSys entwickelt.