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Entschließung zu Raumfahrtpolitik bringt europäische Integration an neue Grenze

"Europa ist jetzt auch im Weltraum vereint", sagte Maria van der Hoeven, niederländische Wirtschaftsministerin und derzeitige Vorsitzende des Ministerrats der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Die Ministerin begrüßte die Annahme der bisher ersten Europäischen Raumfahrtp...

"Europa ist jetzt auch im Weltraum vereint", sagte Maria van der Hoeven, niederländische Wirtschaftsministerin und derzeitige Vorsitzende des Ministerrats der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Die Ministerin begrüßte die Annahme der bisher ersten Europäischen Raumfahrtpolitik durch die für Raumfahrtaktivitäten zuständigen Minister. Neben Van der Hoeven wohnten der Feierlichkeit anlässlich der Annahme der Entschließung der EU-Kommissar für Unternehmen und Industrie, Günter Verheugen, der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Jacques Dordain, und der Koordinator für Raumfahrtpolitik der deutschen Bundesregierung, Peter Hintze, der den deutschen EU-Ratsvorsitz vertrat, bei. "Es scheint paradox, hier von einem großen Ereignis zu sprechen", sagte Dordain, der auf die langjährige Beteiligung der ESA an Raumfahrtaktivitäten verwies. Dennoch würdigte er den Konsens zwischen 29 Ländern, der die Entschließung ermöglichte, als eine ziemliche Errungenschaft. "Das europäische Raumfahrtprogramm ist ein Anfang. In zehn Jahren werden wir nicht an der Entschließung gemessen, sondern daran, was wir tun. Die Früchte liegen in unserer Arbeit", so Dordain. Van der Hoeven forderte außerdem die sofortige Umsetzung der Politik und hob fünf Bereiche hervor, die unmittelbare Aufmerksamkeit erhalten sollten: - bessere Koordinierung der Investitionen in die Raumfahrt; - Ermittlung der Endnutzer des Systems für Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES) sowie der Bedürfnisse der Nutzer; - Verbesserung der Koordinierung zwischen Zivil- und Militärprogrammen; - Förderung von Wettbewerb durch Innovation; - und Verfolgung eines europäischen Raumfahrtkonzepts auf globaler Ebene auf der Grundlage europäischer Werte. Günter Verheugen zufolge war es "höchste Zeit" für eine solche Entschließung. Europa stehe bereits unter erbittertem Konkurrenzdruck durch die USA und Russland, die die führenden Weltraummächte bleiben wollen. Außerdem führe China jetzt eine Gruppe weiterer aufstrebender Volkswirtschaften an, die auf einen Platz ganz oben auf der Weltraumleiter hoffen, so der Kommissar. Aber Europa sollte nicht als "Stiefkind" angesehen werden, so Verheugen weiter. Die europäischen Wissenschaftler stünden ihren Kollegen weltweit in nichts nach und verfügten zudem über umfangreiche Erfahrung mit Raumfahrttechnologien und Weltraumforschung. Auf die Frage hin, was nun tatsächlich neu an der Entschließung sei, verwiesen die Redner auf die politische Grundlage, die das Dokument für die Vorbereitung von Programmen liefert, die von der Europäischen Kommission, der ESA oder den Mitgliedstaaten durchgeführt werden. Konkretere Vorschläge werden später folgen. "Ich bin nicht der Meinung, dass die Zeit großer Entdeckungen im Weltraum bereits hinter uns liegt. Ich möchte ein neues Kapitel im 21. Jahrhundert aufschlagen und die Vorteile für die Bürger in der ganzen Welt nutzbar machen", so Verheugen.