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Bericht: Unternehmen müssen ihr F&E-Engagement verstärken

Der Mangel an Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) gefährdet die europäische wissensbasierte Ökonomie. Zu diesem Fazit gelangte die Europäische Kommission in einem neuen Bericht. Der Bericht "Key Figures 2007 on Science, Technology and Innovation" (Schlüsselzahle...

Der Mangel an Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) gefährdet die europäische wissensbasierte Ökonomie. Zu diesem Fazit gelangte die Europäische Kommission in einem neuen Bericht. Der Bericht "Key Figures 2007 on Science, Technology and Innovation" (Schlüsselzahlen 2007 zu Wissenschaft, Technologie und Innovation) untersucht die Forschungs- und Entwicklungsintensität in Europa und anderen Ländern gemessen an dem Anteil des BIP (Bruttoinlandsprodukt), der in F&E fließt. Dem Bericht zufolge ist das F&E-Engagement in Europa zwar in den späten 1990er Jahren langsam und stetig gestiegen, aber schon 2001 flachten die Investitionen ab, und im Jahr 2005, dem letzten Jahr, das der Bericht untersuchte, waren sie auf magere 1,84 Prozent gefallen. "Damit ist die F&E-Intensität in der EU-27 nach wie vor niedriger als in den meisten anderen wichtigen Industrienationen wie den USA, Japan und Südkorea", warnt der Bericht. "Darüber hinaus holen die aufstrebenden Volkswirtschaften wie China rasch auf." Über 85 Prozent der "F&E-Intensitätslücke" sind auf Unterschiede im Volumen der F&E-Investitionen seitens der Privatwirtschaft zurückzuführen. Bei ihrem Treffen in Barcelona im Jahr 2002 hatten die EU-Mitgliedstaaten vereinbart, dass bis 2010 zwei Drittel der F&E-Mittel aus Unternehmen kommen sollen. Im Jahr 2004 wurden lediglich 55 Prozent der europäischen Forschung vom Privatsektor finanziert verglichen mit 64 Prozent in den USA, 67 Prozent in China und 75 Prozent in Japan und Südkorea. Der Bericht führt die niedrigen F&E-Ausgaben des privaten Sektors in Europa in erster Linie auf Unterschiede in der Industriestruktur sowie auf die vergleichsweise kleine Hightech-Industrie in der EU zurück. "Wissen ist eine Schlüsselkomponente der Wettbewerbsfähigkeit", erklärte der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar Janez Poto?nik. "Wenn unsere Unternehmen sich künftig im vorderen Feld behaupten wollen, müssen sie jetzt in Wissen investieren. Und die Regierungen müssen geeignete Maßnahmen treffen, um sie dabei zu unterstützen." Aber auch die öffentliche Hand muss ihr F&E-Engagement verstärken. "Öffentliche Finanzierung von F&E ist von zentraler Bedeutung für die Entstehung und Entwicklung der Wissenschafts- und Technologiekapazitäten (eine Voraussetzung, um zu den Ländern an der Technologiespitze aufschließen zu können) und für die Unterstützung von Forschungsprojekten mit voraussichtlich hohem gesellschaftlichen Nutzen, die für den Privatsektor unter Umständen nicht ausreichend attraktiv sind", heißt es in dem Bericht. Was die Forschungsexzellenz anbelangt, so ist festzustellen, dass die EU bei zwei Indikatoren, mit denen die Wirkung wissenschaftlicher Veröffentlichungen gemessen wird, hinterherhinkt - nämlich bei der Zitierungshäufigkeit und bei der Anzahl häufig zitierter Publikationen. Die Universitäten in der EU glänzen im Ranking des Zitationseinflusses der weltweiten Spitzenuniversitäten größtenteils durch Abwesenheit. Der Bericht untersuchte auch den Wissenstransfer und kam zu dem Ergebnis, dass in den Ländern der EU die Verbindung zwischen patentierten Erfindungen und der Wissenschaftsbasis wesentlich schwächer ist als in den USA. Aber, so der Bericht, es gibt auch Grund zum Optimismus. F&E-intensive Länder wie Dänemark, Deutschland, Finnland und Österreich zeigen, dass man sehr wohl eine F&E-Intensität von zwei oder gar drei Prozent des BIP beibehalten kann. Der Bericht analysiert nur Daten bis 2005. Seitdem hat die EU weitere Maßnahmen ergriffen, um die F&E-Investitionen zu steigern und den Wissenstransfer zu verbessern. Der Bericht zeigt, dass diese neuen Maßnahmen dringend umgesetzt werden müssen.