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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Nanotechnologie und Umwelt - mehr Unterstützung, bitte!

Nanotechnologien bergen ein immenses Potenzial zur Lösung verschiedenster ökologischer Probleme. Vonnöten sind jedoch politische Maßnahmen, die die Entwicklung von Nanotechnologien stützen, sowie Finanzmittel, die weitere Forschung zu den Nutzen und Risiken dieser neuen Techno...

Nanotechnologien bergen ein immenses Potenzial zur Lösung verschiedenster ökologischer Probleme. Vonnöten sind jedoch politische Maßnahmen, die die Entwicklung von Nanotechnologien stützen, sowie Finanzmittel, die weitere Forschung zu den Nutzen und Risiken dieser neuen Technologien, sei es für die menschliche Gesundheit, sei es für die Umwelt, ermöglichen. Das waren die zentralen Ergebnisse einer Diskussion zum Thema Nanotechnologie und Umwelt, die im Rahmen der Grünen Woche, einer jährlich von der Europäischen Kommission organisierten Veranstaltung, stattfand. Zur Eröffnung führte Ottilia Saxl vom Institut für Nanotechnologie einige Beispiele an, wie die Nanotechnologie zur Lösung von Umweltproblemen beitragen könnte: verbesserte Solarzellen, die Ersetzung gefährlicher Chemikalien, Technologien zur Extraktion/Vermeidung von Schadstoffen oder Monitoring von Umweltverschmutzung. "Diese Technologien bestehen bereits - wir brauchen jedoch politische Maßnahmen, die sie unterstützten", so Saxl. Professor Susan Stipp vom Nano-Wissenschaftszentrum an der Universität Kopenhagen möchte eine der größten Herausforderungen, denen sich die Menschheit heute gegenüber sieht - den Klimawandel - mithilfe der Nanotechnologie meistern. Sie arbeitet an einer neuen Lösung, um CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und zu speichern, indem es in Stein umgewandelt wird - eine Möglichkeit, die ihrer Meinung nach wesentlich nachhaltiger ist als die unterirdische Lagerung. "Das sind alles vorübergehende Lösungen", sagt sie über die herkömmlichen CO2-Speicherungsoptionen. "Es wird zurückkommen!" In Regenwasser aufgelöstes CO2 nagt im Laufe der Zeit an Felsen und weicht feste Stoffe wie Kalzium auf. Das aufgelöste CO2 und das Kalzium verbinden sich zu Kalziumkarbonatpartikeln. Stipp erkundet Möglichkeiten, um diesen Prozess zu beschleunigen und so das CO2 langfristig zu speichern. Sie führt gerade auf Island kleinere Experimente mit Basaltsand durch, der sich für diesen Prozess besonders gut eignet. "Aber wir benötigen mehr Geld für diese Forschung!", betonte sie. Auch der Chemiekonzern BASF arbeitet an nanotechnologischen Lösungen für das Energieproblem, erklärte Professor Rüdiger Iden, Senior Vice-President für Polymerforschung bei der BASF. Er verwies auf Farbe mit Nanopartikeln. Diese Farben nehmen weniger Schmutz auf als herkömmliche Farben, das heißt die Häufigkeit von Reinigung und Neuanstrich wird reduziert. Das wiederum spart Energie - und der Produktionsprozess verbraucht ebenfalls weniger Energie als der für herkömmliche Farben. Die Nanotechnologie bietet auch vielversprechende Lösungen für das Problem der Wasserstoffspeicherung, das derzeit die weitere Entwicklung wasserstoffbasierter Energietechnologien behindert. Im Bereich Energieeinsparung bieten Nanoschaumstoffe hervorragende Isoliereigenschaften. Auch in den Entwicklungsländern können Nanotechnologien einen Beitrag zur Lösung ökologischer Probleme leisten, zum Beispiel bei der Abwasserbehandlung, bei der Energiespeicherung und bei der Schädlingsbekämpfung. Es ist jedoch noch nicht klar, ob die Entwicklungsländer überhaupt Zugang zu diesen Technologien haben werden. "Was wir brauchen, ist der politische Wille", erklärte Del Stark von der European Nanotechnology Trade Alliance, die sich für die verantwortungsbewusste Entwicklung der Nanotechnologien einsetzt. Professor Iden zeigte sich optimistischer und wies darauf hin, dass sich manche afrikanische Staaten bereits an den internationalen Foren zu Nanotechnologie-Normen beteiligen. Auch die Sicherheitsaspekte rund um die Nanotechnologien müssen angesprochen werden. Das ist jedoch eine schwierige Frage, da unterschiedlich geformte Nanopartikel derselben Substanz ganz unterschiedliche Eigenschaften aufweisen können. "Wir wissen nicht, wie sich Nanopartikel im menschlichen Körper oder in der Umwelt verhalten", erklärte Paul Born von der Universität Zuyd in den Niederlanden. "Wir brauchen mehr Daten." Zum Thema Sicherheit wurde auch darauf hingewiesen, dass die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gerade Testleitlinien für Nanowerkstoffe ausarbeitet. Die Teilnehmer des Panels begrüßten die Tatsache, dass unter dem Siebten Rahmenprogramm Forschung zu den Nutzen und Risiken der Nanotechnologien gefördert wird: Zwischen 2007 und 2013 stehen 3,5 Mrd. EUR für diesen Forschungsbereich zur Verfügung.

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