Dänemark plant Gründung einer Klimauniversität
Die dänische Regierung plant die Gründung einer Klimauniversität in Grönland, die noch vor dem UN-Klimagipfel eröffnet werden soll, der 2009 in Dänemark stattfindet. Die Universität wird sich auf die Erforschung der Polarregion und insbesondere auf die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels konzentrieren. Hierbei soll nach Lösungen gesucht werden, um den Klimawandel aufzuhalten. "Die Regierung hegt den Wunsch, ein führendes dänisches Forschungszentrum zu gründen, das auf den Klimawandel und weltweite Umweltprobleme spezialisiert ist", so Wissenschaftsminister Helge Sander. "Deshalb werden wir eine Klimauniversität in Grönland gründen, da dort die Auswirkungen des Klimawandels direkt spürbar sind." Einige Wissenschaftler nehmen an, dass das Schmelzen des mächtigen grönländischen Eispanzers nicht mehr aufzuhalten ist. Würde dieser Eispanzer vollständig schmelzen, so hätte dies weltweit einen Anstieg des Meeresspiegels um sieben Meter zur Folge. Einem Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel (IPCC) zufolge dürfte es etwa 1 000 Jahre dauern, bis der Eispanzer vollständig geschmolzen ist. Eine aktuelle Studie eines Forscherteams der Universität East Anglia, Großbritannien, deutet jedoch darauf hin, dass es bereits früher, vielleicht in 300 Jahren, zur vollständigen Schmelze kommen könnte. Durch die Einrichtung der neuen Universität, die mit Fördermitteln in Höhe von über 70 Millionen Dänischen Kronen (9,4 Millionen Euro) unterstützt wird, sollen bis zu zehn Forscherstellen entstehen. "Ich habe mit meinen grönländischen Kollegen über das Vorhaben gesprochen, und wir sind uns über die Ziele der Einrichtung einig. In den kommenden Wochen werden wir in engem Kontakt stehen, um eine angemessene Entscheidungsgrundlage auszuarbeiten", so Sander. Der Vorschlag wird zunächst sowohl von grönländischen als auch dänischen Experten überprüft, bevor das Ministerium einen Logistik- und Finanzplan aufstellen kann, der anschließend dem Parlament vorgelegt wird.
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