ESF und EUROHORCS stellen Pläne für einen erfolgreichen EFR vor
Das Grünbuch der Europäischen Kommission zum Europäischen Forschungsraum (EFR) sei ein "guter Anfang", übersehe aber viele zentrale Akteure und verpasse so wichtige Gelegenheiten, lautet die Einschätzung der Europäischen Wissenschaftsstiftung (ESF, European Science Foundation) und des Gremiums der Präsidenten und Leiter der Forschungsräte in Europa (Heads of the European Research Councils, EUROHORCS). Die zwei Organisationen haben ihre Stellungnahme zum Grünbuch als Antwort auf den Aufruf von EU-Kommissar für Forschung, Janez Potocnik, nach öffentlichen Kommentaren zum Vorschlag erarbeitet. "Die Analyse der Kommission zu den Stärken und Schwächen des Europäischen Forschungssystems (EFS) konzentriert sich zu sehr auf die Perspektive der Rollen der Kommission, von Regierungen und zwischenstaatlichen Strukturen", kommentierte Dr. John Marks, Geschäftsführer der ESF. Den Organisationen zufolge fehlt in dem Papier die eingehende Berücksichtigung anderer Interessengruppen, beispielsweise der nationalen Organisationen zur Forschungsförderung sowie anderer europäischer Einrichtungen, des Privatsektors und nicht-europäischer Forschungssysteme. Die ESF und EUROHORCS sind der Meinung, die EU sollte durch Instrumente wie dem Europäischen Forschungsrat (ERC) mehr Geld in die Grundlagenforschung stecken und Bürokratie abbauen, wenn sie Wettbewerb fördern und die Qualität der durchgeführten Forschung anheben will. Darüber hinaus sollten die Mitgliedstaaten eine stärkere Rolle bei der Reduzierung der Zersplitterung spielen, indem sie zusammenarbeiten, um gemeinsame Strategien und Politiken zu entwickeln. "Die nationalen Akteure, einschließlich Forschungsförderer und Forschung betreibende auf der einen und Regierungen auf der anderen Seite, müssen eine gemeinsame Strategie umsetzen, um ihre Bemühungen zur Beseitigung der interinstitutionellen Barrieren, wie dem Mangel an Human- und Finanzressourcen, zu erhöhen. Sie müssen gemeinsame Gutachtersysteme einführen, gemeinsam finanzierte Programme umsetzen und die gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastrukturen erleichtern", sagte Pär Omling, Präsident von EUROHORCS. Die Organisationen legen elf Aktivitäten und Maßnahmen dar, von denen sie glauben, dass sie den EFR stärken werden. Viele davon richten sich auf die Förderung der Forschermobilität: beispielsweise der Aufruf nach mehr Programmen unter dem Motto "money follows researcher" und durch Möglichkeiten für ausländische EU-Forscher, sich um Fördermittel aus anderen Ländern zu bewerben. Nachwuchsforscher werden in den Empfehlungen ebenfalls behandelt. Auf der Liste stehen sowohl die Anhebung der Standards von Promotionsprogrammen und die Bereitstellung besserer Laufbahnmöglichkeiten für junge Wissenschaftler. "Sowohl die Kommission als auch die nationalen Institutionen müssen sich verstärkt bemühen, mehr junge Leute für Wissenschaft und Forschung anzuziehen und sie im System zu behalten", heißt es in der Stellungnahme. Die Organisationen heben auch die Bedeutung einer globalen Forschung hervor. Dabei gehören die Entwicklung und die Förderung von Kooperationsprogrammen, die "über die Grenzen des EFR hinausgehen und auf einen globalen Forschungsraum (GLOREA) gerichtet sind", zu ihren Prioritäten.