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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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EASAC fordert besseren Gesundheitsschutz für Migranten

Der European Academies Science Advisory Council (EASAC) hat eine Verbesserung des Gesundheitsscreenings und der Behandlung für Migranten, die in die EU einreisen, gefordert. Obwohl die meisten Migranten jung und gesund sind, sind Infektionskrankheiten in manchen Gruppen verbre...

Der European Academies Science Advisory Council (EASAC) hat eine Verbesserung des Gesundheitsscreenings und der Behandlung für Migranten, die in die EU einreisen, gefordert. Obwohl die meisten Migranten jung und gesund sind, sind Infektionskrankheiten in manchen Gruppen verbreitet, stellt der EASAC in einem am 18. September veröffentlichten Bericht fest. In dem Dokument wird auch darauf hingewiesen, dass derzeit umfassende Daten fehlen. "Der Einfluss von Migration auf die öffentliche Gesundheit hat bisher nur wenig Aufmerksamkeit bei Politikern gewonnen", so Volker ter Meulen, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und Vorsitzender der Arbeitsgruppe, die den Bericht erstellt hat. "Daher sind Anpassungen innerhalb des bestehenden Gesundheitssystems erforderlich, um das Ausmaß der Gefahr zu erkennen und um die Krankheiten wirksam bekämpfen zu können, ohne dass Migranten die offene Einreise in die EU verweigert werden darf." Falls während des Screeningverfahrens eine Krankheit diagnostiziert wird, sollte dies kein Grund für eine Verweigerung der Einreise in die EU sein, denn dies könne "Migranten davon abhalten, Untersuchungsprogramme zu durchlaufen, und die illegale Einwanderung würde dadurch gefördert", betont Dr. ter Meulen. "Dies wiederum würde ein Risiko für die Verbreitung von Krankheiten bedeuten. Im Vordergrund müssen effektive Behandlungsmöglichkeiten stehen", fügt er hinzu. Die Mitgliedstaaten sollten sicherstellen, dass die Migranten denselben Zugang zur Gesundheitsversorgung haben wie die übrige Bevölkerung. Der Europäischen Gesellschaft für Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ESCMID) zufolge hängen einige Infektionen, die sich in europäischen Großstädten ausbreiten, mit der Migration zusammen. So soll z. B. der Anstieg der Tuberkulosefälle in Spanien und Griechenland auf die zunehmende Migration aus Asien, Afrika und Lateinamerika zurückzuführen sein. Tuberkulose ist jedoch häufig das Ergebnis ärmlicher Lebensbedingungen und eines mangelnden Zugangs zu Gesundheitsversorgungsleistungen. Somit ist bevölkerungsmäßig die Wahrscheinlichkeit, dass Migranten infiziert sind, unproportional hoch. Um die Herausforderung ansteckender Krankheiten in einer Welt anzugehen, in der sich die Ausbreitungsmuster in demselben Maße verändert haben wie die Reisemuster, ist es dem EASAC zufolge außerdem notwendig, die Sammlung von Informationen zu verbessern. Es sind zunächst folgende Fragen zu beantworten: - Inwieweit sind Migrantengruppen mit Infektionskrankheiten belastet? - Wie und in welchem Ausmaß ist die öffentliche Gesundheit durch Einwanderung bedroht? - Welches sind die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Migranten und der übrigen Bevölkerung? - Wie wirksam sind neue Untersuchungsmethoden? Das Sammeln dieser Daten würde erheblich erleichtert, wenn eine standardisierte Reihe von Protokollen für Tests und Gesundheitsvorkehrungen auf europäischer Ebene erstellt würde, so die Organisation. Zudem sollte die EU dem EASAC zufolge eine führende Rolle bei der Stärkung der öffentlichen Gesundheitskapazität in neueren EU-Mitgliedstaaten und in Entwicklungsländern übernehmen. Der EASAC-Bericht entstand im Vorfeld einer Konferenz, die am 27. September 2007 unter portugiesischem EU-Ratsvorsitz stattfinden wird. Im Rahmen der Konferenz zu dem Thema "Gesundheit und Migration in der EU: bessere Gesundheit für alle in einer integrativen Gesellschaft" soll die Demographie der Migrationsströme in die EU analysiert und die Gesundheitspolitik der Mitgliedstaaten überprüft werden. Der portugiesische Ratsvorsitz hat die Umsetzung eines "globalen Ansatzes für Migration" zu einer seiner Prioritäten gemacht und u. a. die Bedeutung einer Debatte über die Beziehung zwischen Migration und Gesundheit betont.

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