Österreich startet Forschungsdialog
Österreich hat einen landesweiten Forschungsdialog gestartet, um Ideen zu sammeln und zu Diskussionen anzuregen, die zu einer neuen Forschungs- und Wissenschaftsstrategie für das Land beitragen sollen. "Wir brauchen eine österreichweite Strategie für eine nachhaltige und effiziente Forschungsförderung", sagte der österreichische Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Johannes Hahn. "Der Forschungsdialog sollte als eine Plattform dienen, Österreichs Forschungslandschaft neu zu überdenken und neu zu formen." "Welche Forschungspolitik unser Land braucht und wie Forschung mit technologischen Entwicklungen und Innovationen verbunden werden kann, sind nur zwei Fragen, über die ich mit Wissenschaftlern, Forschern, Forschungsinstituten, Unternehmen und allen interessierten Menschen diskutieren möchte", fügte er hinzu. Zu den Gebieten, die bereits als Schwerpunkt im Forschungsdialog ausgewählt wurden, gehören die Humanressourcen. "Wir müssen die Begabungspotenziale, die in Österreich vorhanden sind, anheben", sagte Hahn. "Zum Glück beginnen wir nicht bei Null. Österreich ist als Forschungs- und Arbeitsstandort schon attraktiv. Viele Nachwuchstalente kommen auch aus dem Ausland wieder zurück, weil sie in Österreich ideale Bedingungen vorfinden. Der Brain-Drain geht also nicht nur in die eine Richtung." Die Erhöhung der Forschungsquote auf 3% des BIP sei ein weiteres wichtiges Ziel. "Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Grundlagenforschung zu legen, welche die Basis für Forschung und Entwicklung eines Landes darstellt", erklärte Hahn. Der Website des Forschungsdialogs zufolge wird jedes Thema durch ein Expertenstatement via Videokonferenz im Internet eröffnet. Damit erhalten die Teilnehmer die Gelegenheit, Fragen zu stellen und direkt Kommentare abzugeben. Die österreichische Bundesregierung hat sich selbst das Ziel gesetzt, bis 2015 zu einer der führenden wissensbasierten Gesellschaften Europas zu werden. Allerdings hat eine jüngst durchgeführte Befragung unter 1.000 Österreichern gezeigt, dass diese die österreichische Forschungslandschaft nicht besonders gut kennen. Die meisten konnten keinen berühmten österreichischen Wissenschaftler nennen. "Wir müssen Forschung und ihre Ergebnisse bekannter machen", sagte Hahn. "Wir brauchen Persönlichkeiten, die der Forschung ein Gesicht geben." Vor diesem gedanklichen Hintergrund sprach Hahn seinen Wunsch aus, dass er in den kommenden 10 Jahren einen österreichischen Nobelpreisträger sehen wolle. Die Bundesregierung wird auch Maßnahmen durchführen, um das öffentliche Bewusstsein über Forschung im Land anzuheben. Es laufen bereits Programme, um jungen Menschen in Forschungsprojekte einzubeziehen. Darüber hinaus gibt es Pläne für weitere auf die breite Öffentlichkeit gerichtete Initiativen.
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