Prioritäten des EU-Ratsvorsitzes: Verbindungen, Europäischer Forschungsraum, Mobilität und Strategische Forschungsagenda
Das Knüpfen von Verbindungen zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor, die Stärkung des Europäischen Forschungsraums (ERA), die Erhöhung der Mobilität zwischen den Sektoren und die Aufnahme der Arbeit an den von den Europäischen Technologieplattformen aufgesetzten Strategischen Forschungsagenden (SRA) - das sind die Prioritäten Sloweniens für den Forschungsbereich in den kommenden sechs Monaten, während derer das Land den EU-Ratsvorsitz innehat. Angesichts der Tatsache, dass der Posten des EU-Kommissars für Wissenschaft und Forschung derzeit mit einem Slowenen besetzt ist, war man davon ausgegangen, dass Slowenien klare Ambitionen für seine Amtszeit an der Spitze der EU haben würde, und diese Erwartungen hat das Land erfüllt. Zunächst wird Slowenien untersuchen, wie Unternehmen angeregt werden können, bei ihren Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten (F&E) mit sogenannten "Wissenseinrichtungen" zusammenzuarbeiten. Slowenien hofft außerdem, jenen Unternehmen, die technologisch hoch komplexe Produkte und Dienstleistungen entwickeln, einen Anreiz dahingehend zu geben, dass sie sich neue Produkte oder Technologien zueigen machen. Dadurch dürfte der Mehrwert pro Angestelltem für jedes Unternehmen steigen. In Bezug auf die Stärkung des Europäischen Forschungsraums wird Slowenien sein Augenmerk insbesondere auf die industrielle Forschung richten. Der Vorsitz würde gerne Fortschritte bei den Gemeinsamen Technologieinitiativen (JTI), dem Europäischen Innovations- und Technologieinstitut (ETI) und bei verschiedenen Initiativen sehen, die unter Artikel 169 des EG-Vertrags fallen. In diesem Bereich ist gerade die Schlussphase des Mitentscheidungsverfahrens für die ersten Initiativen ("Ambient Assisted Living" und "EUROSTARS") im Gange, und die Europäische Kommission kündigte am 4. Januar ihre Pläne an, zu zwei weiteren Initiativen (auf dem Gebiet der Ostseeforschung und Metrologie) 30 Millionen Euro beizusteuern. Dem Prioritätendokument ist auch die Absicht Sloweniens zu entnehmen, für eine verstärkte Fluktuation von hoch qualifiziertem Personal aus dem privaten in den öffentlichen Sektor und umgekehrt zu sorgen und die Europäischen Technologieplattformen bei der Implementierung ihrer SRA zu unterstützen. Weitere Belange, mit denen Slowenien sich beschäftigen will, sind die wirksamere Einbindung der westlichen Balkanländer in die Aktivitäten der EU, die Erhöhung der Zahl der in der Wissenschaft beschäftigten Frauen und der Ausbau der Forschungsinfrastrukturen, insbesondere auf regionaler Ebene. Eine Konferenz, auf der diese Themen behandelt werden, ist für März angesetzt.
Länder
Slowenien