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MArket Research for a Climate Services Observatory

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Observatorium für den Markt der Klimadienstleistungen in Vorbereitung

Klimadienstleistungen gibt es inzwischen zuhauf, doch sie werden möglichen Nutzern nicht sehr effizient zugänglich gemacht. Das Marktforschungsprojekt MARCO will das jetzt ändern.

Klimawandel und Umwelt

Heutzutage gibt es in der Gesellschaft einen Überfluss an klimabezogenen Daten, Instrumenten, Produkten und Dienstleistungen. Aber wie effektiv dieser Zustrom an Fähigkeiten und Wissen gerade wirklich zur Entscheidungsfindung in privaten und öffentlichen Unternehmen beiträgt, ist unklar. Die Wirtschaft leidet unter der mangelnden Sichtbarkeit und Transparenz sowie der schlechten Zuordnung der Lieferanten von Klimainformationen zu denen, die diese Daten brauchen. Doch angesichts des Klimawandels müssen dringend drastische Maßnahmen getroffen werden. Sämtliche klimabezogenen Dienstleistungen sollten daher von der Gesellschaft so effizient wie möglich angenommen werden. Dazu muss man aber zunächst den gesamten Markt für Klimadienstleistungen grundlegend verstehen sowie dessen mögliche Evolution oder mögliches Wachstum. Hier setzt das im Rahmen von Horizont 2020 geförderte Projekt MARCO an. In MARCO sind Marktforschungsunternehmen, Klimaforscher, Klimadienstleister aus der Praxis sowie Innovatoren – gemeinsam mit weiteren relevanten Interessengruppen – zusammen gekommen, um ein detailliertes Profil des Klima-Dienstleistungsgewerbes in der EU zu erstellen. Den Markt einschätzen „Bei dem Projekt MARCO ging es weniger um bestimmte einzelne Klimadienstleistungen, als vielmehr um eine bahnbrechende Reihe von Fallstudien“, erklärt Thanh-Tâm Lê, Leiter des Climate-KIC für den Mittelmeerraum. In jeder Studie ging es um jeweils eine bestimmte Branche in einer festgelegten geografischen Region: Immobilien in Kopenhagen; Bergbau auf EU-Ebene; Rechtsdienstleistungen in London; erneuerbare Energie in Dänemark; Wasser- und Sanitärversorgung in Katalonien; kritische Energieinfrastrukturen in Deutschland und Polen; Forstwirtschaft und Landwirtschaft in Frankreich; städtische Infrastruktur in München und Tourismus in Österreich. Das Projekt vereinte Marktforschung aus vielfältigen Perspektiven sowie qualitative und quantitative Methoden. Doch schlussendlich wollten die Forscher die Möglichkeit zur Einrichtung eines Observatoriums für den Klimadienstleistungsmarkt bewerten, das eines Tages auf einer interaktiven Online-Plattform konzentriert werden könnte. Das Projekt hat Bereiche mit großem Potenzial für den Ausbau des Klimadienstleistungsmarktes in der Europäischen Union ausgemacht: einige der größten Wachstumschancen liegen in mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten. Die Forschungsarbeiten unter MARCO ergaben außerdem, dass einige Branchen zwar bereits von einem substanziellen Angebot an Klimadienstleistungen profitieren, andere aber dann wohl in den nächsten Jahren in dieser Hinsicht noch wesentlich stärker werden (z. B. Gesundheit, Forstwirtschaft, Tourismus und Energieinfrastruktur). Für die Entwicklung modernerer Klimadienstleistungen sind nach Erkenntnissen des Projekts bessere Verknüpfungen zwischen privaten und öffentlichen Anbietern nötig. Modernere oder komplexere Klimadienstleistungen für Zeiträume von Jahreszeiten bis zu Jahrzehnten zu entwickeln, könnte noch weitere Marktchancen eröffnen. Das Team geht davon aus, dass Marktakteure eine aktualisierte und aktive Sammlung zur Verfügung gestellt bekommen müssen, wenn die Sichtbarkeit von Anbietern und Lieferanten gesteigert werden soll und wenn interessierte Endnutzer leicht auf Informationen über für sie relevante Klimadienstleistungen zugreifen können sollen. MARCO plädiert für eine Stärkung und Harmonisierung des rechtlichen Rahmens für Klimaresilienz sowie für die Nachverfolgung von Klimafinanzierung und -investitionen in privaten wie öffentlichen Bereichen. Eine komplexe Landschaft „MARCO war ein bahnbrechender Versuch, den komplexen, heterogenen Markt für Klimadienstleistungen zu untersuchen, abzubilden und zu analysieren. Diese Aufgabe gestaltete sich besonders schwierig, da er momentan noch reift und sich schnell entwickelt“, so Dr. Lê. „Auch menschlich war es eine aufregende Erfahrung, Experten aus so vielen verschiedenen Disziplinen zusammenzubringen, die manchmal völlig gegensätzliche Überzeugungen haben“, ergänzt er. Das hat zwar für einige Spannungen und Meinungsverschiedenheiten gesorgt, aber auch für lebendige, innovative Perspektivwechsel.“ Das MARCO-Team arbeitet jetzt mit Hochdruck an einer koordinierten Plattform, die die Eigenschaften eines Observatoriums mit denen eines Forums verbindet und an andere bestehende und zukünftige Instrumente (Copernicus-Dienst zur Überwachung des Klimawandels, Climateurope, nationale Plattformen) angegliedert werden soll, um den Markt für Klimadienstleistungen innerhalb der EU vollständig zu aktivieren.

Schlüsselbegriffe

MARCO, Klimawandel, Marktforschung, Klimadienstleistungen, Klimaobservatorium

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25 September 2019