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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Kabeljau wird auf Schmerzempfindlichkeit untersucht

Norwegische, belgische und britische Wissenschaftler haben ein neues Projekt auf den Weg gebracht, im Rahmen dessen untersucht werden soll, ob Kabeljau schmerzempfindlich ist. Wenngleich es bei Fischen viele Anzeichen dafür gibt, dass sie Schmerz verspüren können, weiß man nur...

Norwegische, belgische und britische Wissenschaftler haben ein neues Projekt auf den Weg gebracht, im Rahmen dessen untersucht werden soll, ob Kabeljau schmerzempfindlich ist. Wenngleich es bei Fischen viele Anzeichen dafür gibt, dass sie Schmerz verspüren können, weiß man nur sehr wenig darüber, wie ihr Gehirn auf potenziell schmerzhafte Reize reagiert. Bei diesem Projekt wollen die Forscher die neueste Medizintechnik einsetzen, um die Gehirntätigkeit des Kabeljaus zu untersuchen. "Die meisten Menschen stimmen darin überein, dass Säugetiere und Vögel Schmerz spüren, aber bei Fischen sind sie sich nicht so sicher", stellt Projektleiter Øyvind Aas-Hansen vom Aquakultur-Forschungsinstitut NOFIMA mit Hauptsitz in Tromsø, Norwegen, fest. "Man weiß nur wenig über die Funktionsweise des Fischgehirns." Einige Wissenschaftler vertreten die Auffassung, dass das Fischgehirn nicht die für die Schmerzverarbeitung nötigen Strukturen besitzt. Dennoch sind bei Fischen viele Anzeichen zu erkennen, die mit der Fähigkeit zu dieser Form des Leidens in Zusammenhang stehen. Dazu gehören Verhaltensreaktionen (wie das Vermeiden oder auch das Reiben des betroffenen Körperteils), die Fähigkeit zur Produktion schmerzlindernder Opiate und das Vorhandensein bestimmter körperlicher Strukturen wie Schmerz- und Opiatrezeptoren. Im Zuge des Projektes soll herausgefunden werden, welcher Teil des Kabeljaugehirns aktiviert wird, wenn der Fisch potenziell schmerzhaften Reizen ausgesetzt wird, und wie diese Signale verarbeitet werden. Zur Darstellung des Kabeljaugehirns werden die Forscher unter anderem die funktionelle Magnetresonanzbildgebung (fMRI) sowie Elektroenzephalogramme einsetzen. "Diese Arbeit ist wegweisend", meint Dr. Aas-Hansen. "Noch nie hat ein Wissenschaftler das Kabeljaugehirn auf diese Weise erforscht." Dr. Aas-Hansen legt sehr viel Wert darauf, dass die Fische bei den Experimenten keine Qualen erleiden müssen. "Wir verwenden die gleichen Verfahren wie bei gesunden menschlichen Probanden auch", erklärt er gegenüber CORDIS-Nachrichten. Dies bedeute, so der Wissenschaftler, dass die Schmerzreize niedrig gehalten werden, damit kein richtiger Schmerz, sondern nur ein unangenehmes Gefühl erzeugt wird. Auf die Gesetzgebung werden die Projektergebnisse wahrscheinlich keine Auswirkungen haben, da man bei den meisten Vorschriften vorbeugend verfahren war und bereits angenommen hatte, dass Fische Schmerz verspüren. Allerdings hofft Dr. Aas-Hansen, dass die Forschungsergebnisse die Argumente zugunsten einer Fischhaltung unter artgerechten Bedingungen stützen werden. Zudem meint er: "Vergleichende Forschung zur Funktionsweise des Gehirns verschiedener Tiere kann auch Aufschluss über unser eigenes Gehirn geben." Das Projekt, das vom Norwegischen Forschungsrat finanziert wird, dauert drei Jahre.

Länder

Belgien, Norwegen, Vereinigtes Königreich

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