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Afrikas Wälder dämpfen Klimawandel, aber wie lange noch?

Eine internationale Forschergruppe fand heraus, dass tropische Bäume in ungestörten Wäldern etwa 20 % Kohlendioxid (CO2) speichern und sie damit eine weltweite Kohlenstoffsenke darstellen. Tropenwälder nehmen mehr Kohlenstoff je Flächeneinheit als andere Formen der Bodenbedeck...

Eine internationale Forschergruppe fand heraus, dass tropische Bäume in ungestörten Wäldern etwa 20 % Kohlendioxid (CO2) speichern und sie damit eine weltweite Kohlenstoffsenke darstellen. Tropenwälder nehmen mehr Kohlenstoff je Flächeneinheit als andere Formen der Bodenbedeckung auf. Wachsende Bäume nehmen Kohlenstoff aus der Atmosphäre auf, der durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird. Stürzen die Bäume infolge von Naturkatastrophen oder menschlich verursachten Katastrophen um, so wird der Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre abgegeben. Die Ergebnisse der 40-jährigen Studie wurden in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forschung konzentrierte sich auf Tropenwälder in Afrika, wo etwa 33% der Tropenwälder der Erde beheimatet sind. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass diese Wälder über eine Milliarde Tonnen CO2 jährlich absorbieren, und in den letzten Jahrzehnten hat jeder Hektar intakten afrikanischen Waldes zusätzliche 0,6 Tonnen Kohlenstoff pro Jahr absorbiert. Im Großen und Ganzen nehmen die verbleibenden Tropenwälder auf der Welt, einschließlich der afrikanischen Kohlenstoffsenke, die riesige Menge von 4,8 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr auf. "Wir bekommen eine kostenlose Subvention von der Natur," erklärt Dr. Simon Lewis, Forschungsmitglied der Royal Society an der Universität von Leeds im Vereinigten Königreich und Leitautor der Arbeit. "Tropenwaldbäume absorbieren etwa 18% des CO2, das jedes Jahr durch Verbrennen fossiler Brennstoffe in die Atmosphäre gelangt, und dämpfen damit das Tempo des Klimawandels wesentlich." Durch Auswertung der neuesten Daten mit Ergebnissen aus vergangenen Studien in Asien und Südamerika (insgesamt 250.000 Baumdatensätze) konnten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen den verbliebenen Urwäldern und der Absorption von Kohlenstoff besser verstehen. Die Wissenschaftler studierten 79 Landgrundstücke in offenbar reifen Wäldern mit geschlossenem Blätterdach in 10 afrikanischen Ländern. Die Durchmesser aller Bäume einer bestimmten Mindestgröße wurden mit Standardmethoden in jedem Gebiet mindestens zweimal und in einem Abstand von mindestens zwei Jahren gemessen. Wie die Ergebnisse zeigten, wachsen die Bäume in ihrer Größe und auch die CO2-Absorptionsraten nehmen zu. Es bleibt jedoch ein Rätsel, warum die Bäume größer werden und Kohlenstoff absorbieren, berichten die Wissenschaftler. Schuld daran könnte zusätzliche CO2 in der Atmosphäre sein, da es wie ein Dünger agieren könnte. "Was der Grund auch ist, wir können uns nicht ewig auf diese Senke verlassen," warnt Dr. Lewis. "Selbst wenn wir den gesamten restlichen Tropenwald erhalten, werden diese Bäume nicht unaufhörlich weiter wachsen." Dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen zufolge werden jedes Jahr 32 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt und etwa die Hälfte davon bleibt in der Atmosphäre. Wo verbleibt also die andere Hälfte? "Es ist allgemein bekannt, dass etwa die Hälfte des "fehlenden" Kohlendioxids in den Ozeanen aufgelöst und die andere Hälfte irgendwo auf dem Land von Vegetation und Böden aufgenommen wird, doch wir waren nicht sicher wo genau," kommentiert Dr. Lewis. "Unserer Studie zufolge befindet sich etwa die Hälfte der gesamten 'Kohlenstofflandsenke' in Tropenwaldbäumen." Dr. Lee White, leitender Wissenschaftler für Klimawandelvon Gabun meinte seinerseits: "Um eine Vorstellung des Werts der Senke zu erhalten: das Entfernen von fast 5 Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre durch intakte Tropenwälder müsste auf der Grundlage realistischer Preise für 1 Tonne Kohlenstoff ungefähr 13 Mrd. GBP (14,7 Mrd. EUR) im Jahr wert sein." Der Ko-Autor der Studie unterstrich, "dies ist ein zwingendes Argument zur Erhaltung von Tropenwäldern". Dr. Lewis fügt hinzu, dass die am meisten für die Zerstörung des Klimas verantwortlichen Länder "erhebliche Mittel für Länder mit Tropenwäldern zur Verfügung stellen sollten, um die Abholzungsraten zu verringern und alternative Entwicklungswege zu fördern". Außerdem erklären die Wissenschaftler, dass mehr Forschung nötig sei, um festzustellen, wie sich die wachsenden Regenwaldbäume auf das Leben der darin heimischen Arten auswirken. Die Ergebnisse dieser Studie kommen genau zur richtigen Zeit, insbesondere weil sich die führenden Politiker der Welt vom 7. bis 18. Dezember 2009 in Kopenhagen, Dänemark, auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen treffen werden, um mehrere Probleme zu lösen wie das Entscheiden neuer Klimaziele und den Abschluss neuer internationaler Vereinbarungen zum Stopp der Entwaldung.

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