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URBAN: die Stadt als Herausforderung

In einer vor kurzem gehaltenen Rede skizzierte Bruce Millan, das Kommissionsmitglied für Regionalentwicklung die Antwort der Europäischen Union auf die Probleme der Stadtentwicklung. Die Stadt sei Brennpunkt und Quelle wirtschaftlichen Wachstums, technologischer Innovation un...

In einer vor kurzem gehaltenen Rede skizzierte Bruce Millan, das Kommissionsmitglied für Regionalentwicklung die Antwort der Europäischen Union auf die Probleme der Stadtentwicklung. Die Stadt sei Brennpunkt und Quelle wirtschaftlichen Wachstums, technologischer Innovation und öffentlicher Dienstleistung. Zugleich böte sie aber ein erschreckendes Bild der Verdichtung und Verschmutzung, des industriellen Verfalls und der sozialen Ausgrenzung. Die Europäische Union sei die am stärksten verstädterte Region der Welt. Dennoch habe Europa im Vergleich zu anderen Kontinenten relativ ausgewogene Stadtsysteme. Zahlenmaterial der Konferenz in Kairo zufolge werde es im Jahr 2000 auf der Welt etwa 20 Städte geben, die mehr als 10 Millionen Einwohner hätten; keine dieser Städte liege jedoch in Europa. Gleichwohl seien Möglichkeiten und Grenzen von Städten und städtischen Ballungsgebieten mehr und mehr in das Blickfeld der politischen Entscheidungsfindung und des öffentlichen Interesses gerückt. Die große Herausforderung europäischer Städte stelle in erster Linie der Faktor 'Umwelt' dar: Luftqualität, Lärm und Verkehr, Wasser- und Energieversorgung sowie unaufhörlich wachsende Müllberge. Städtische Probleme sollten am besten auf lokaler Ebene bewältigt werden. Das Subsidiaritätsprinzip der Europäischen Union zeige, daß städtebauliche Probleme von den Mitgliedstaaten und Städten selbst höchst effizient gelöst würden. Die Kommission könne ihrerseits zur Umsetzung städtebaulicher Strategien auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene beitragen, vornehmlich dadurch, daß sie die Zusammenarbeit und die Umsetzung bewährter Konzepte fördere. Die Kommission habe in den vergangenen Jahren alle erdenklichen Anstrengungen unternommen, um politische Strategien zur Stadterneuerung zu fördern. Viele Ideen zur Verbesserung des Gemeinwesens seien von der EU finanziert worden. Im Rahmen der wichtigsten Strukturfonds-Programme (1994-1999) plane die Kommission eine Betonung der Stadteilarbeit. Erfolge seien aber nur zu erwarten, wenn lokale Gruppen, Anwohner und Geschäftsleute an der Umsetzung mitarbeiteten. Der Trend zur Betonung des städtischen Raumes in den politischen Strategien Europas zeige sich am deutlichsten an der neuen EU-Initiative URBAN. Diese sei ausgerichtet auf erheblich benachteiligte Stadtbezirke (hohe Arbeitslosigkeit, zerrüttetes Stadtgefüge, schlechte Wohnverhältnisse, fehlende soziale Einrichtungen). Ziel von URBAN sei es, wirtschaftliche Aktivitäten anzulocken, das Vertrauen der Anwohner zu stärken und die soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Für diese Aufgaben seien 600 Mio. ECU bereitgestellt worden, so daß nur einige sehr dringliche und innovative Vorhaben gefördert werden könnten. Diese Mittel sei jedoch nur ein Bruchteil dessen, was die Union in die Stadterneuerung investiere. Die EU-Unterstützung im Rahmen von URBAN werde sich auf integrierte Entwicklungsprogramme für geographisch begrenzte Stadtgebiete konzentrieren. Der integrierte Ansatz verlange die koordinierte Bekämpfung von Wirtschafts-, Sozial- und Umweltproblemen in benachteiligten Stadtbezirke; dazu sollten lokale Partnerschaften aufgebaut werden. Vorrang werde integrierten Programmen eingeräumt, die innovativen Charakter hätten, nachweislich Zusatznutzen erzeugten und den Arbeitsmarkt vor Ort förderten.