INTERESTED setzt Dinge in Bewegung
Die Computerbranche sucht ständig nach innovativen Systemen auf dem neuesten Stand der Technik, die ihre Anforderungen an die Herstellung von Prototypen eingebetteter Systeme erfüllen können, also für besondere Zwecke vorgesehene Computersysteme, die für die Durchführung von einer bestimmten Funktion oder mehreren bestimmten Funktionen entworfen wurden und oft mit Echtzeit-Rechenbedingungen verbunden sind. Das Projekt INTERESTED ("Interoperable embedded systems: tool-chain for enhanced rapid design, prototyping and code generation"), das unter dem Themenbereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) des Siebten Rahmenprogramms (RP7) mit fast 5,4 Mio. EUR finanziell unterstützt wird, hilft bei diesen Bemühungen. INTERESTED wurde im Januar 2008 auf den Weg gebracht und wird die erste Entwicklungsumgebung für Referenz-Tools in Europa schaffen. Ziel des Konsortiums ist die Schaffung einer integrierten und offenen Referenz-Toolkette für die Entwicklung eingebetteter Systeme und Software. Das Endergebnis soll eine sichere, aber auch äußerst zuverlässige und effiziente Referenz-Toolkette sein, mit der die Nutzungs- und Wartungskosten um die Hälfte verringert werden können. Den Partnern zufolge sollte die Referenz-Toolkette im Dezember 2010 zur Verfügung stehen. Das Konsortium besteht aus europäischen Anbietern eingebetteter Werkzeugen (darunter die französische Atomenergiekommission und Artisan Software Tools aus dem Vereinigten Königreich) und den diese einsetzenden Unternehmen (z. B. Siemens Mobility Division aus Deutschland und Magneti Marelli Powertrain aus Italien) und aus mehreren Industriesektoren wie Luftfahrt, Automobiltechnik und Schienenverkehr, die die Referenz-Toolkette anhand ihrer realen Anforderungen an Design und Anwendungen validieren werden. Im Rahmen des Projekts wird das Konsortium auch Interoperabilität mit kommerziellen Standard-, Open-Source- und firmeneigenen Embedded-Design-Lösungen bieten. Die INTERESTED-Toolkette wird eingebettete Werkzeuge in drei speziellen Designdomänen mit einbeziehen: System- und Softwaredesign, Networking- und Ausführungsplattformen sowie Timing- und Programmanalyse. Wie die Partner erklären, decken diese Domänen das gesamte Feld der Entwicklung eingebetteter Systeme und Software von Verifizierung und Programmerzeugung über Netzwerk- und RTOS-Ausführungsplattformen (RTOS = Echtzeitbetriebssystem) bis hin zu hardwareabhängiger Softwareverifizierung und Programmerzeugung ab. "INTERESTED will aus separaten Werkzeugen für die individuelle Automatisierung bestimmter Funktionen eine umfassende Referenz-Toolkette von interpretierenden und integrierten Tools machen, die alle wichtigen Prozesse der Entwicklung von eingebetteten Systemen und Software unterstützen," erklärte Eric Bantegnie, Hauptgeschäftsführer von Esterel Technologies und Koordinator des Projekts. "Dies reicht von der Anforderungserfassung (dem Prozess des Erkennens, was der Kunde möchte) bis zur eigentlichen Integrierung des Programmcodes am Zielobjekt einschließlich Verifikation und Validierung." Wie das Konsortium informierte, wird die Referenz-Toolkette in erster Linie von Unternehmen eingesetzt werden, die bei der Entwicklung komplexer sicherheits- und unternehmenskritischer eingebetteter Systeme mit strengen Anforderungen an die Qualitätssicherung arbeiten und die Hauptverarbeitungslogik für persistente Systeme durchführen, wovon tagtäglich Menschen und Unternehmen betroffen sind und die von Luftfahrt über Kfz-Systeme bis zu Finanzmärkten reichen. Im Großen und Ganzen müssen solche Unternehmen die Bedingungen formaler Zertifizierungsabläufe wie IEC 61508 für industriellen Einsatz, IEC 60880 für Energieerzeuger und die neue ISO-Norm 26262 für Kfz-Sicherheit einhalten. Der Hauptgeschäftsführer von Artisan Software Tools, James B. Gambrell erklärte seinerseits: "Das INTERESTED-Projekt wird die Toolkettenanforderungen großer europäischer Unternehmen für ein breites Spektrum von Branchen erfüllen, deren weltweite Führungsposition in zunehmendem Maße von der Entwicklung komplexer eingebetteter Systeme und Software abhängt." Weitere Teilnehmer an diesem Projekt sind UNIS (Tschechische Republik), Symtavision GmbH (Deutschland), Airbus France SAS (Frankreich) und Evidence Srl (Italien).