Neue Strategie als Motor für norwegische Forschung
Norwegen entwickelt eine neue Forschungsstrategie zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit. Diese neue Strategie soll die internationale Ausrichtung seiner Forschungsaktivitäten verstärken und Norwegens Forscher im Wettbewerb um ausländische Fördermittel unterstützen. Gemeinsame grenzüberschreitende Themen wie Energie, Klima, Umwelt und Gesundheit erfordern eine stärkere internationale Ausrichtung der Forschung. Forschung und Forschungspolitik werden erweitert, um den globalen Herausforderungen zu entsprechen. In diesem Zusammenhang beabsichtigt Norwegen, seine Forschung und Entwicklung offener und integrierter zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. Norwegen will seine Ressourcen mit anderen Forschungseinrichtungen verknüpfen mit dem Ziel, die notwendige wissenschaftliche Infrastruktur aufzubauen und zu verbessern, um so globale Themen angehen und die sich verändernden Anforderungen der Gesellschaft erfüllen zu können. Themenbereiche wie der Klimawandel sind komplex und weitreichend. Aufeinander abgestimmte Anstrengungen könnten die Forschung bündeln und böten Wissenschaftlern die Möglichkeit, Daten auszutauschen und zu verbreiten. Um Forschung jedoch effektiver zu gestalten, bedarf es einer durchgängig verbesserten Koordination. "Wir müssen sicherstellen, dass unsere nationalen Initiativen mit den internationalen Erfordernissen koordiniert werden, und unsere Anstrengungen darauf ausrichten, weltweit eine Führungsrolle zu übernehmen in den Bereichen, in denen wir uns engagieren wollen", erklärt Arvid Hallén, Generaldirektor des Norwegischen Forschungsrates. Der Norwegische Forschungsrat hat ein Konsultationspapier vorgelegt, dass derzeit von Forschungsgemeinschaft, Industrie und breiter Öffentlichkeit überprüft wird. Die Konsultation dokumentiert das Bestreben des Forschungsrates, eine größere Offenheit und den Dialog über Beitrag und Prioritäten von Forschungspolitik zu fördern. Zu diesem Dialog gehören auch Konsultationssitzungen. "Hinsichtlich unserer Aufgabe suchen wir nach Anregungen aus der Forschungsgemeinschaft, um deren Bedürfnisse besser erfüllen zu können", erläutert Hallén. Diese Maßnahmen dienen dazu, die notwendigen Strukturen für eine bessere Koordination von Forschungsinitiativen auf nationaler und internationaler Ebene zu schaffen. Die nationalen Forschungsprioritäten sollen auch internationale Perspektiven berücksichtigen. Norwegischen Forschern steht so auch ein umfassenderer Rahmen für den Wettbewerb mit Kollegen aus anderen Ländern um Forschungsmittel zur Verfügung. Den Forschungseinrichtungen in Norwegen fehlen gegenwärtig allgemeine Maßnahmen, um die internationale Zusammenarbeit besser zu organisieren und sie zu vereinfachen. "Wir wollen nicht auf dem Bahnsteig zurückbleiben, wenn der Zug den Bahnhof verlässt. Die neue Strategie für eine internationale Zusammenarbeit ermöglicht uns, einen proaktiveren Ansatz zu wählen", so Hallén. Der Forschungsrat fungiert als Beratungsorgan bei forschungspolitischen Angelegenheiten, er ermittelt Forschungsbedarf und gibt Empfehlungen für nationale Prioritäten. Er unterstützt auch die Umsetzung nationaler wissenschaftspolitischer Initiativen und verfügte 2009 über einen Gesamthaushalt von 6 165 Mio. NOK. Die Hälfte der vom Forschungsrat geförderten Forschungsvorhaben fließt in Forschungsprogramme, gefolgt von unabhängigen Projekten und Infrastruktur. Die wissenschaftlichen Prioritätsbereiche bei den Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der norwegischen Regierung umfassen Klimaforschung und Umwelttechnologie, Forschung zu erneuerbaren Energien und CO2-Abscheidung und -Speicherung, Forschungsinfrastruktur sowie regionale Forschung und Wertschöpfung.
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Norwegen