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Fortschritte in der Stammzellforschung zur Behandlung von Herzkrankheiten

Beim Einsatz von Stammzellen des Knochenmarks zur Behandlung von Herzinfarkt und Kardiomyopathien wurden bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Ein weiterer neuer Ansatz im Rahmen einer teilweise durch das Siebte Rahmenprogramm (RP7) finanzierten Studie lässt die Herzen nun ...

Beim Einsatz von Stammzellen des Knochenmarks zur Behandlung von Herzinfarkt und Kardiomyopathien wurden bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Ein weiterer neuer Ansatz im Rahmen einer teilweise durch das Siebte Rahmenprogramm (RP7) finanzierten Studie lässt die Herzen nun noch höher schlagen. Die Suche nach neuen und wirksameren Behandlungsmethoden für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die als Todesursache Nr. 1 mit jährlich zwei Millionen Todesfällen in Europa zu Buche schlagen, ist Gegenstand intensiver Forschungen. Herzkrankheiten sind auch die häufigste Ursache für den frühzeitigen Tod vor dem 75. Lebensjahr. In weltweiten klinischen Studien hat der Einsatz von Stammzellen aus dem eigenen Knochenmark zur Behandlung von Herzinfarkten und Kardiomyopathie bereits therapeutische Erfolge erzielt, aber obwohl er sich in den Studien als sicher erwies, eignet er sich nur bedingt zur Verbesserung der Herzfunktion bzw. Durchblutung des Körpers. Deshalb forscht man derzeit an der Eignung von Stammzellen aus patienteneigenem Herzgewebe. Stammzellen aus dem Herzen können die Regeneration von Herzgewebe anregen. Daher suchen Prof. Michael Schneider und sein Team vom Imperial College London, Vereinigtes Königreich, nach geeigneten Verfahren zur Identifizierung und kardialen Differenzierung dieser Zellen, um sie transplantationsfähig zu machen. Das Forscherteam hatte bereits ein Verfahren zur Identifizierung dieser Zellen in Mäusen entwickelt, und obwohl sich die Biomarker deutlich von denen menschlicher Zellen unterscheiden, wurde die Methode so angepasst, dass sie sich auch für Menschen eignet. Vorgestellt wurden die neuen Ergebnisse auf der jährlichen Wissenschaftskonferenz des National Stem Cell Network im Vereinigten Königreich am 13. Juli. "Mit unserer Methode können wir Zellen identifizieren, die im Wesentlichen drei Merkmale besitzen müssen", erklärt Professor Schneider. "Zum einen müssen es Stammzellen sein, des weiteren müssen sie über geeignete molekulare Mechanismen verfügen, um sich zu Herzmuskel- oder Gefäßzellen zu differenzieren. Zudem dürfen sie noch keine Merkmale von Herzmuskel- oder Gefäßzellen haben, um kardiales Myosin zu produzieren - ein wichtiges Protein in Herzmuskelzellen." Der nächste Schritt ist die Verfeinerung der Methode, um alle für die Regeneration benötigten Phasen abzudecken: Extraktion, Purifikation und Vermehrung im Labor. Mittels hochmoderner automatisierter Verfahren und Mikroskopie soll analysiert werden, welche Methoden am besten zur Vermehrung und Differenzierung der Zellen zu Herzmuskelzellen geeignet sind. Die Forschungsarbeit wird mit EU-Mitteln im Rahmen des Projekts CARDIOCELL (Development of cardiomyocyte replacement strategy for the clinic) finanziert, das unter dem Themenbereich "Gesundheit" des Siebten Rahmenprogramms (RP7) und durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert wird. Beteiligt waren zudem die British Heart Foundation, die Leducq Foundation sowie der Medizinische Forschungsrat des Vereinigten Königreichs.

Länder

Vereinigtes Königreich

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