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JRC-Bericht belegt: Extremwetterlage beeinträchtigt Ernte nicht

Laut Aussage der Europäischen Kommission wird die Getreideproduktion im Jahre 2010 nahe dem seit 2005 berechneten Durchschnitt liegen. Laut eines Berichts der Gemeinsamen Forschungsstelle (Joint Research Centre - JRC) werden die Erträge pro Hektar 5% über dem Durchschnitt lieg...

Laut Aussage der Europäischen Kommission wird die Getreideproduktion im Jahre 2010 nahe dem seit 2005 berechneten Durchschnitt liegen. Laut eines Berichts der Gemeinsamen Forschungsstelle (Joint Research Centre - JRC) werden die Erträge pro Hektar 5% über dem Durchschnitt liegen, obwohl die Menge der Anbauflächen insgesamt gesunken ist. Seit Beginn des Jahres hatte Europa mit mehreren extremen Wetterbedingungen wie Überflutungen und Trockenperioden zu kämpfen. In seinem Bericht führt das JRC aus, dass Rekordernten in einigen Teilen der EU die negativen Auswirkungen des schlechten Wetters auf die Ernte in anderen Gebieten ausgleichen konnten. Im Dezember 2009, sowie in den ersten drei Monaten dieses Jahres, waren die Temperaturen in Europa ausgesprochen niedrig. Aufgrund der extremen Kälte konnten die Bauern die Saison nicht wie gewohnt beginnen. Darüber hinaus regnete es im Frühjahr und im Sommer in Belgien, der Tschechischen Republik, Norddeutschland, Griechenland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Ostpolen und dem Vereinigten Königreich außerordentlich wenig. Die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei wurden im Frühling von Überflutungen heimgesucht. In Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden wurden im Juni und Juli sehr hohe Temperaturen sowie sehr geringe Niederschläge verzeichnet. Das JRC verwendete ein innovatives Erntevorhersagesystem zur Schätzung der Erträge der Haupternten in der gesamten EU. Demnach liegen die Erntevoraussagen für Getreide, einschließlich Weizen, Gerste und Mais bei 5,1 Tonne pro Hektar im gesamten EU-Gebiet, das entspricht einer Steigerung um 0,7% im Vergleich zum Vorjahr und 5,0% im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Laut Schätzungen ist die Anbaufläche für Getreide in der EU 2010 um 3% im Vorjahresvergleich gesunken. Seit 2005 sind die Ernten in den 27 EU-Ländern insgesamt angestiegen. Getreide und Körnermais erfuhren das größte Plus (+7,7%), gefolgt von Gerste (+4,4%), Weichweizen (+1,7%) und Hartweizen (0,3%). Unter den anderen Ernteprodukten stiegen Sonnenblumen um 7,2% am höchsten, gefolgt von Kartoffeln (+6,9%) und Zuckerrüben (+2,3%). Die Rapsernte sank um 2,4%. Der Bericht kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass die Weichweizenernte den Fünf-Jahres-Durchschnitt übertreffen wird. Dennoch verzeichnen die zwei Hauptproduzenten aus Deutschland und Frankreich unterdurchschnittliche Erntemengen, die auch unter dem Niveau von 2009 liegen. Das trockene und heiße Wetter der letzten Wochen hatte in diesen Ländern einen ausgesprochen negativen Einfluss auf die Ernte. In Spanien wird die Hartweizenernte aufgrund des übermäßigen Niederschlags in Andalusien im Winter voraussichtlich auf 16% unter dem Durchschnitt fallen, in Italien, dem Hauptproduzenten für Hartweizen, sowie Frankreich jedoch im Durchschnitt liegen. Laut Bericht hatten die heißen und trockenen Wetterbedingungen keinen nennenswerten Einfluss auf die Wintergerste. In Deutschland und Frankreich wir die Ernte voraussichtlich im Fünf-Jahres-Durchschnitt liegen, jedoch um 4% niedriger als in 2009. In Spanien, wo rund 25% der Sommergerste produziert werden, wird die Ernte vermutlich um 15% über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt liegen. Der Bericht führt weiterhin aus, dass selbst wenn die Getreideernte in der EU dieses Jahr Durchschnittswerte erreicht, die extreme Trockenheit und die Hitze einen ganz erheblichen Einfluss auf die Wintergetreideproduktion in Russland haben werden. Russland hat aufgrund der Flächenbrände, die weite Teile des Landes zerstört haben, den Export von Weizen, Mais, Gerste, Roggen und Mehl ab dem 15. August bis zum Jahresende bereits gestoppt. Russland nimmt auf der Rangliste der größten Weizenexporteure Platz vier ein.

Länder

Belgien, Tschechien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Rumänien

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20 April 2018