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Neue Hinweise zur zerebralen Lateralität

Neue Forschungen aus dem Vereinigten Königreich haben ergeben, dass die Körpergröße bei der Geburt und das Gewicht der Plazenta Hinweise darauf geben können, wie die rechte und die linke Gehirnhälfte im späteren Leben miteinander arbeiten. Diese interessanten Erkenntnisse wurd...

Neue Forschungen aus dem Vereinigten Königreich haben ergeben, dass die Körpergröße bei der Geburt und das Gewicht der Plazenta Hinweise darauf geben können, wie die rechte und die linke Gehirnhälfte im späteren Leben miteinander arbeiten. Diese interessanten Erkenntnisse wurden in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht und könnten dabei helfen, eine Reihe von Gesundheitsproblemen in Verbindung mit zerebraler Lateralität besser zu verstehen. Die Forschungen wurden an der Universität Southampton und am Medical Research Council Lifecourse Epidemiology Unit am Southampton General Hospital im Vereinigten Königreich durchgeführt. Für diese Studie analysierte das Team die neurologische Resonanz von 140 Kindern in der Ruhephase sowie als Reaktion auf eine erhöhte Hirnaktivität. Die Kinder im Alter von 8 und 9 wurden gebeten, lustige, kreative Aufgaben durchzuführen, die auch eine gewisse Herausforderung beinhalteten, wie zum Beispiel eine spannende Geschichte zu erfinden und sie vor der Videokamera vorzuführen. Durch Überwachung der Temperaturschwankungen des Trommelfells in den Ohren der Kinder konnten die Forscher die Durchblutung in verschiedenen Teilen des Gehirns analysieren und Unterschiede in der Aktivität beider Hirnhälften entdecken. Die Ergebnisse zeigen nach Ansicht des Teams auf bemerkenswerte Weise, "dass Stress angeborene Unterschiede in der zerebralen Lateralität aufdeckt." In Korrelation mit dem Geburtsgewicht der Kinder sowie dem Gewicht der Plazenta (beides wurde bei einer früheren Studie aufgezeichnet), konnten die Forscher beobachten, dass Kinder, die bei der Geburt klein waren und eine relativ große Plazenta hatten, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in der rechten Hirnhälfte mehr Aktivität zeigten als in der linken. Wie das Team erläutert, wird dieses besondere Muster der Hirnaktivität mit affektiven Störungen wie Depressionen in Verbindung gebracht. Dieses atypische Plazenta-Fetus-Gewichtsverhältnis kann unterschiedliche Ursachen in der Schwangerschaft haben, zum Beispiel wenn die schwangere Frau hohem Stress ausgesetzt ist. Auch die begrenzte Verfügbarkeit bestimmter Nährstoffe, was zu einem vermehrten Wachstum der Plazenta führt, weil der Körper der Mutter versucht, die unzureichende Versorgung des Feten zu kompensieren, ist eine weitere mögliche Ursache - wobei diese besondere physiologische Reaktion mit bestimmten Stadien der Schwangerschaft in Verbindung gebracht wird. Diese Erkenntnisse tragen zu einem größeren Forschungsbereich bei, der die Verbindung zwischen ungünstigen Bedingungen während der Schwangerschaft und langfristigen Veränderungen der Gehirnfunktion untersucht. Es wird auch vermutet, dass ein Missverhältnis zwischen Geburtsgröße und Plazentagewicht zu einer gewissen Anfälligkeit für bestimmte Beschwerden beiträgt, z. B. Bluthochdruck oder eine verstärkte körperliche Reaktion auf Stress im späteren Leben. "Wie wir vor unserer Geburt wachsen, wird von vielen Dingen beeinflusst, u. a. was unsere Mütter während der Schwangerschaft essen und wie viel Stress sie ausgesetzt sind. Dies kann langfristige Auswirkungen auf unsere geistige und körperliche Gesundheit im späteren Leben haben", kommentiert Dr. Alexander Jones, Leiter des Teams und nun am Institute of Child Health am University College London. "Zum ersten Mal ist es uns gelungen, das Wachstum vor der Geburt mit der Gehirnaktivität viele Jahre später in Verbindung zu bringen", fügt er hinzu. "Wir hoffen, dass diese Forschung neuen Aufschluss darüber bringt, wieso manche Menschen anfälliger für Krankheiten wie Depressionen sind als andere." Das Team hat vor, diese Forschung auf einer höheren Ebene voranzutreiben, z. B. mithilfe der funktionalen Magnetresonanztherapie (fMRT), die eine genauere Überwachung ermöglichen würde, sodass die Forscher exakt bestimmen könnten, welche Teile des Gehirns genau gerade aktiviert sind.Weitere Informationen unter: University of Southampton: http://www.soton.ac.uk/mediacentre/news/current.shtml PLoS ONE: http://www.plosone.org/home.action Den Artikel in PLoS ONE finden Sie hier:

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Vereinigtes Königreich

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