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Inhalt archiviert am 2023-03-09

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Europäisches Gesundheitswesen spürt Kostendruck durch Knochenbrüchigkeit

Letztes Jahr knackten allein in Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Schweden und dem Vereinigten Königreich etwa 2,5 Millionen Mal die Knochen. Diese Zahlen zu neu aufgetretenen Frakturen nennt der neueste Bericht der International Osteoporosis Foundation (IOF), der in ...

Letztes Jahr knackten allein in Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Schweden und dem Vereinigten Königreich etwa 2,5 Millionen Mal die Knochen. Diese Zahlen zu neu aufgetretenen Frakturen nennt der neueste Bericht der International Osteoporosis Foundation (IOF), der in Zusammenarbeit mit der European Federation of Pharmaceutical Industry Associations (EFPIA) entstand. Der Bericht liefert wichtige Beweise dazu, dass man die Bürde dieser körperlichen Indisposition auf dem gesamten Kontinent stark unterschätzt. Der in der Fachzeitschrift Archives of Osteoporosis veröffentlichte Bericht "Osteoporosis: Burden, healthcare provision and opportunities in the European Union" untersucht zwei Schlüsselkomponenten der Osteoporose und osteoporotischer Frakturen in Europa: Epidemiologie und Gesundheitsökonomie. Der Bericht rechnet vor, dass die 2,5 Millionen gemeldeten Fälle 280 Knochenbrüchen pro Stunde entsprechen. 80 Todesfälle pro Tag werden Frakturen aufgrund brüchiger Knochen zugeschrieben, so der Bericht weiter. Global betrachtet werden nach Expertenaussage einer von fünf Männern und eine von drei Frauen im Alter von 50 Jahren eine osteoporotische Fraktur erleiden. Für die meisten Patienten bedeutet das viel Schmerz und Leid, auch Behinderung oder sogar den Tod. Osteoporose stellt somit eine enorme Belastung für die Gesellschaft und den einzelnen Bürger dar. IOF-Präsident John Kanis dazu: "Dieser wegweisende Bericht enthüllt viele wichtigen Fragen und Herausforderungen in Bezug auf die Gesundheitsversorgung für Knochenbrüche. Besonders auffällig ist, wie die ökonomische Belastung durch Frakturen innerhalb von reichlich einem Jahrzehnt angestiegen ist. 2000 wurden die Kosten durch Knochenbrüche in der gesamten damaligen Europäischen Union auf 36 Milliarden EUR geschätzt. Die aktuelle Schätzung von 30,7 Milliarden EUR für gerade mal sechs Länder reflektiert in hohem Maße die gestiegene Anzahl der Frakturen, deren Ursache die alternde Bevölkerung in Europa ist." Der Bericht offenbart, dass Knochenbrüche 2010 Anteil an rund 34.000 Todesfällen hatten, wobei 49% der Fälle mit Hüftfrakturen verbunden waren. Legt man den in der Medizin verwendeten Messwert der qualitätskorrigierten Lebensjahre (quality-adjusted life years, QALYs) zugrunde, wurde die allgemeine gesundheitliche Belastung durch osteoporotische Frakturen auf etwa 850.000 QALYs geschätzt. Die 30,7 Milliarden EUR Gesundheitskosten entsprachen 3,5% der Gesamtausgaben für das Gesundheitswesen in den sechs Ländern. Pharmakologische Prävention war in den Kosten enthalten. Die Akutversorgung der Frakturen verursachte den Großteil der Gesamtkosten, während auf pharmakologische Prävention und Behandlung nur 4,7% der Kosten entfielen. Nur wenige Patienten werden überhaupt präventiv gegen Frakturen behandelt. Nach Meinung von Experten wird die Zahl der Knochenbrüche bis 2025 um 29% auf 3,2 Millionen steigen. Die Kosten im Gesundheitswesen werden voraussichtlich auf 38,5 Milliarden EUR klettern. Die Umsetzung besserer klinischer Leitlinien könnte demnach dazu beitragen, diese "Behandlungslücke" zu schließen, Kosten zu senken und nahezu 700.000 Frakturen zu vermeiden. In dem Bericht wird außerdem deutlich, auf welche Weise die Kosten der Versorgung von Brüchen in den sechs Ländern die Kosten in Bezug auf Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose und Migräne überschreiten. EFPIA-Generaldirektor Richard Bergström in einem Kommentar zu den Daten: "In Europa beginnt die Zahl der älteren Menschen deutlich anzusteigen, und jeder Einzelne hat eine längere Lebenserwartung als jemals zuvor. Wir wissen außerdem, dass die Häufigkeit von Frakturen mit dem Alter zunehmend ansteigt, und daher ist zu erwarten, dass die ökonomischen und sozialen Auswirkungen von Brüchen signifikant zunehmen werden, falls nicht Maßnahmen ergriffen werden. Glücklicherweise stehen uns eine Menge effektiver Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung - es ist nun an der Zeit, diese Fortschritte endlich in vollem Umfang umzusetzen."Weitere Informationen unter: Internationale Osteoporose-Stiftung (IOF): http://www.iofbonehealth.org/(öffnet in neuem Fenster) European Federation of Pharmaceutical Industry Associations (EFPIA) http://www.efpia.org/Content/Default.asp(öffnet in neuem Fenster)?

Länder

Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Schweden, Vereinigtes Königreich

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