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Inhalt archiviert am 2023-03-09

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Genetische Risikofaktoren für Restless-Legs-Syndrom identifiziert

Ein internationales Forscherteam konnte nun die genetischen Risikofaktoren für das Restless-Legs-Syndrom aufspüren. Bei RLS handelt es sich um eine Erkrankung, die nachts bei den Patienten unangenehme Empfindungen in den Beine auslöst. Die im Fachjournal PLoS Genetics vorgeste...

Ein internationales Forscherteam konnte nun die genetischen Risikofaktoren für das Restless-Legs-Syndrom aufspüren. Bei RLS handelt es sich um eine Erkrankung, die nachts bei den Patienten unangenehme Empfindungen in den Beine auslöst. Die im Fachjournal PLoS Genetics vorgestellte Studie weist nach, dass Träger von Risikovarianten mit einer größeren Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von RLS leben müssen. Den Forschern zufolge könnten die Ergebnisse der Arbeit weitere Untersuchungen auf den Weg bringen, die möglicherweise zu neuen und besseren Behandlungsmethoden dieser Krankheit hinführen. Das Restless-Legs-Syndrom ist eine sensomotorische Störung, an der bis zu 10% der Gesamtbevölkerung im Alter ab 65 Jahren leidet. Auch Kinder - wenn auch weniger häufig - sind von der Krankheit betroffen. Zu den unangenehmen Gefühlen in den unteren Gliedmaßen des Körpers kommt für die Patienten noch der Drang sich zu bewegen hinzu, wenn sie abends oder nachts zur Ruhe kommen. Zu den Missempfindungen zählen Kribbeln, Prickeln und Taubheitsgefühl. Nur wenn die Beine bewegt werden oder sogar umhergegangen wird, stellt sich eine gewisse Erleichterung der Beschwerden ein. Folgen der Bewegung und des Umherwanderns sind schwere Ein- und Durchschlafstörungen, chronischer Schlafmangel und sogar Tagesmüdigkeit. In sehr schweren Fällen kann die Krankheit zu Depressionen und sozialer Isolation führen. "Man hat das RLS mit Eisenmangel in Verbindung gebracht und es reagiert pharmakologisch auf dopaminerge Substitution. Verstärktes Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse, Depressionen und Angstzustände zählen zu den bekannten Komorbiditäten", schreiben die Autoren zu den medizinischen Risiken für die Patienten. Deutsche Forscher des Instituts für Humangenetik am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München (TUM) nehmen die Entstehung des RLS nun schon seit mehreren Jahren unter die Lupe. Hauptziel war die Verbesserung der Diagnostik und die Schaffung innovativer Behandlungsmöglichkeiten. In dieser jüngsten Studie unter Führung von Privatdozentin Dr. Juliane Winkelmann vom Institut für Humangenetik an der TUM bewertete die deutsche Gruppe zusammen mit Kollegen aus Österreich, Kanada, der Tschechischen Republik, Finnland, Frankreich, Deutschland und den USA über 4.800 Patienten mit der Diagnose RLS sowie 7.280 Kontrollpatienten, die alle europäischer Abstammung waren. Es wurden über das gesamte Genom verteilte genetische Sequenzvarianten (SNP) analysiert. Das Konsortium identifizierte zwei neue genetische Regionen, die zur Entwicklung dieser Störung beitragen. In genomweiten Assoziationsstudien (GWA) fand man in Form von MEISE, BTBD9, PTPRD und "einem Genort, der MAP2K5 und SKOR umfasst" genetische Risikofaktoren, teilen die Forscher mit. "Wir unternahmen zur Identifizierung zusätzlicher RLS-Suszeptibilitätsorte eine vergrößerte GWA innerhalb einer deutschen Fall-Kontroll-Population, gefolgt von einer Replikation bei unabhängigen Fall-Kontroll-Stichproben, die aus Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada, stammten", erklären die Autoren. "Dabei identifizierten wir sechs RLS-Suszeptibilitätsloci mit genomweiter Signifikanz in der kombinierten Analyse - und zwei von diesen waren neu: ein intergenischer Bereich auf Chromosom 2p14 und ein Genort auf 16q12. Die sechs besten Loci zeigen Effektstärken zwischen 1,22 und 1,77 und Risiko-Allelfrequenzen zwischen 19% und 82%. Sie offenbaren Gene in neuronalen Transkriptionswegen, die man bisher nicht im Verdacht hatte, an der Störung beteiligt zu sein." Eine der Regionen fand man innerhalb eines Gens, das die Regulierung der Hirnaktivität beeinflusst: TOX3. Die Experten wissen, dass erhöhte TOX3-Proteine die Nervenzellen vor dem Zelltod schützen, aber der spezifische Zusammenhang zwischen TOX3 und RLS liegt noch immer im Dunklen. Die Ergebnisse dieser Studie könnten die Wissenschaftler nun dabei unterstützen, zugrundeliegende Mechanismen zu erforschen, die dann auf innovative neue Behandlungskonzepte hoffen lassen.Weitere Informationen finden Sie unter: PLoS Genetics: http://www.plosgenetics.org/home.action(öffnet in neuem Fenster) Helmholtz Zentrum München: http://www.helmholtz-muenchen.de(öffnet in neuem Fenster)

Länder

Österreich, Tschechien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Vereinigte Staaten

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