Neues EU-finanziertes Projekt untersucht embryonale Stammzellenteilung
Forscher haben unlängst ein EU-finanziertes Produkt gestartet, das die verschiedenen Arten der Teilung embryonaler Stammzellen untersuchen wird. Wenn embryonale Stammzellen beginnen, sich zu teilen und Gewebe zu entwickeln, durchlaufen sie einen Prozess, der als Differenzierung bezeichnet wird. Jede Stammzelle besitzt das Potential, in verschiedene Arten von Gewebezellen wie Neuronen, Muskeln oder Blutzellen zu differenzieren, und die molekularen Mechanismen, die ihr Schicksal bestimmen, sind hoch komplex. Das Projekt 4DCELLFATE ("Developing a global understanding of the PRC and NuRD complexes in stem cell differentiation, in health and disease") erhielt Mittel in Höhe von fast 12 Millionen Euro unter dem Themenbereich "Gesundheit" des Siebten Rahmenprogramms der EU (RP7). Es untersucht die komplizierten und dynamischen Proteinmaschinerien, die die frühen Schritte der Differenzierung steuern: Polycomb-Repressionskomplex (PRC) und Nukleosomen-Remodellierungs- und Deacytelasekomplexe (NuRD), die beide für das Ein- und Ausschalten der Gene zur rechten Zeit und im rechten Zelltyp wesentlich sind. Wenn die Wissenschaftler mehr darüber erfahren, wie diese Komplexe das Schicksal einer Zelle bestimmen, können sie Modelle für Krankheiten wie Krebs entwickeln. Diese Modelle können sowohl für zukünftige Forschungen, als auch für die Entwicklung personalisierter medikamentöser Therapien verwendet werden. Das Projektkonsortium bringt Forscher aus Wissenschaft und Industrie aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Spanien, Italien, den Niederlande, Schweden und dem Vereinigten Königreich zusammen. Es besteht aus acht akademischen Labors, drei forschungsintensiven klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU), sowie einem großen pharmazeutischen Unternehmen. Projektkoordinator Luciano Di Croce vom Center for Genomic Regulation (CRG) in Barcelona, Spanien, über das neue Projekt: "Dieses Netzwerk hat die perfekte Mischung aus Fachwissen, Laboren, Techniken und Ressourcen zusammen gebracht, um endlich zu klären, wie das Schicksal der Zellen entschieden wird und wie dieses Wissen Anwendung in der regenerativen Medizin finden kann." Gemeinsam wird das europäische Team der Frage auf den Grund gehen, wie die PRC- und NuRD-Komplexe über Raum (die Genome) und Zeit (während der Differenzierung) funktionieren. Zu diesem Zweck werden sie neuste Technologien wie Strukturbiologie, Lichtmikroskopie, Proteomik, Hochdurchsatz-Sequenzierung und rechnergestützte Modellierung verwenden. Durch ihre enge Zusammenarbeit sind die 4DCELLFATE-Partner in der Lage, fundamentale Laborentdeckungen direkt in neue Forschungs- und Medizinlösungen zu übertragen, wobei sie sich auf die Entwicklung neuer Genom-Bearbeitungswerkzeuge, raffinierter Methoden der Stammzellendifferenzierung, neuer rechengestützter Krankheitsmodelle und schlussendlich neuer Medikamente konzentrieren. Neben der Schaffung neuer Methoden und Krankheitsmodelle wird das als Teil des Projekts angesammelte Wissen den Wissenschaftlern bei der Entwicklung von Molekülen helfen, die die Differenzierung von in einer Schale außerhalb des menschlichen Körpers oder ex vivo kultivierten Stammzellen besser steuern. Stammzellen verfügen über ein enormes Potential und sind wertvolle Quellen für menschliches Gewebe; in der Zukunft könnten sie zur Generierung einer zuverlässigen Quelle für Gewebe z. B. für die Leber verwendet werden, um die Progression der Krankheit in der Kultur zu studieren. Ferner könnten sie dem Screening und der Entwicklung von Medikamenten dienen, um die Frage zu beantworten, was bei der Behandlung der Krankheit schief gelaufen ist und wie diese mit niedermolekularen Wirkstoffen verbessert werden kann.Weitere Informationen erhalten Sie hier: 4DCELLFATE: http://www.4dcellfate.eu/(öffnet in neuem Fenster)
Länder
Belgien, Deutschland, Dänemark, Spanien, Italien, Niederlande, Schweden, Vereinigtes Königreich