Wissenschaftler kommen genauerer Krebsdiagnose näher
Forscher in Frankreich und im Vereinigten Königreich haben einen Zusammenhang zwischen einer Chromosomenstörung und einem erhöhten Sterberisiko bei Kindern mit einer tödlichen Form von Hirntumor festgestellt. Die in der Zeitschrift Clinical Cancer Research präsentierten Ergebnisse könnten den Wissenschaftlern bei der Entwicklung eines neuen diagnostischen Tests helfen, um junge Patienten, die ein sehr hohes Risiko im Zusammenhang mit Ependymom-Tumor haben und möglicherweise eine aggressivere Behandlung benötigen, um ihr Leben zu retten, zu identifizieren. Unter der Leitung des Hirntumorforschungszentrums der Universität Nottingham im Vereinigten Königreich sagen die Forscher, die Ergebnisse könnten auch Ärzten dabei helfen zu bestimmen, welche Kinder mit dem Tumor eine bessere Prognose haben und von weniger intensiven Behandlungen profitieren können. Dadurch könnten die Patienten unter weniger Nebenwirkungen leiden, durch die dauerhafte Behinderungen ausgelöst werden, die sich auf ihr späteres Lebens negativ auswirken könnten. Das Team untersuchte fehlerhafte Kopien der Chromosomen in den Zellen von 147 Gehirn-Ependymomen bei jungen britischen und französischen Kindern, bei denen Tumorchirurgie mit anschließender Chemotherapie durchgeführt wurde, sowie bei älteren europäischen Kindern, die Tumorchirurgie mit anschließender Strahlentherapie erhalten hatten. Das Ziel der Arbeit war es, Licht auf die Frage zu werfen, ob die Aussichten für junge Patienten mit einer Chromosomen-Abnormalität schlechter sind. Professor Richard Grundy und Dr. John-Paul Kilday entdeckten zusammen mit ihren Kollegen einen Zusammenhang zwischen einer größeren Zahl von Kopien einer bestimmten Region eines Chromosoms, 1q25 genannt, und ca. 20% der Tumoren, die sie bei Kindern mit der tödlichen Form von Gehirnkrebs diagnostiziert hatten. Dieser Zusammenhang löst ein schlechteres Ergebnis bei Patienten aus, die chirurgisch und mit Chemotherapie behandelt wurden. Mithilfe dieser Erkenntnisse konnte das Team die Patienten in eine von drei Risikogruppen genau einteilen: hoch, mittel und normal. "Diese Studie bewertet zum ersten Mal die zusätzlichen Kopien bei Kindern mit Ependymom, die in ähnlicher Weise behandelt wurden. Dies ist ein wichtiger Fortschritt, um eine Prognose zur Zukunft der Kinder mit diesen Hirntumoren zu geben", bemerkt Dr. Kilday. Professor Grundy sagt seinerseits: "Wir hoffen nun, dass diese Erkenntnisse in anderen derzeit laufenden Studien in anderen Ländern, einschließlich den Vereinigten Staaten, reproduziert werden. Wenn ihre Ergebnisse mit den unsrigen übereinstimmen, dann könnte die Existenz von zusätzlichen 1q25-Kopien bei Ependymom in der Kindheit als neuer Marker für eine schlechte Prognose in zukünftigen internationalen Behandlungsplänen eingeführt werden, wodurch sich die Behandlung entscheiden wird. Unserer Vorstellung nach sollte jeder Tumor bei der Diagnose daraufhin getestet werden." Obwohl Ependymome keine Altersgrenzen kennen, besteht bei Kindern eine höhere Gefahr mit einem Tumor diagnostiziert zu werden. Und obwohl die Behandlungen im Laufe der Jahre besser geworden sind, sterben rund 40% der jungen Patienten. Experten vermuten, dass die Todesrate nicht gefallen ist, weil nicht genau vorhergesagt werden kann, welche Tumoren aggressiver sein könnten als andere.Weitere Informationen finden Sie unter: Clinical Cancer Research: http://clincancerres.aacrjournals.org/(öffnet in neuem Fenster) University of Nottingham: http://www.nottingham.ac.uk/(öffnet in neuem Fenster)
Länder
Frankreich, Vereinigtes Königreich