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Höhere Erfolgsraten bei künstlicher Befruchtung in Aussicht

Forscher der Universität Göteborg in Schweden vermelden einen Durchbruch bei der In-vitro-Fertilisation (IVF), der künstlichen Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium außerhalb des Körpers. 2009 unterzogen sich etwa 500.000 Frauen in Europa einer solchen Behandlung. Die...

Forscher der Universität Göteborg in Schweden vermelden einen Durchbruch bei der In-vitro-Fertilisation (IVF), der künstlichen Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium außerhalb des Körpers. 2009 unterzogen sich etwa 500.000 Frauen in Europa einer solchen Behandlung. Die Prozedur ist aber nicht immer erfolgreich, und häufig müssen die Paare lange Zeit warten, bevor sie einen neuen Versuch starten können. Dank des schwedischen Forscherteams könnte nun aber die Entwicklung einer unreifen Eizelle zu einer gesunden, reifen Eizelle durch eine spezielle Substanz befördert werden, sodass sich für viele Frauen die Chancen für eine erfolgreiche Befruchtung erhöhen. Die Studie wurde jüngst im Fachblatt PloS ONE veröffentlicht. Frauen und Mädchen, die an Krebs erkrankt und mit Strahlen- oder Chemotherapie behandelt worden waren, sind danach häufig unfruchtbar, da ihre Eizellen die Behandlung nicht überleben. Viele (und nicht nur erkrankte) Frauen entscheiden sich daher, ihre Eizellen oder gar Embryonen einfrieren zu lassen - für Mädchen allerdings, die noch nicht in der Pubertät sind, ist dies keine Option. Eine wirksamere Methode für den Erhalt der Fruchtbarkeit ist das Einfrieren von Eierstockgewebe und den darin enthaltenen kleinen, unreifen Eizellen. Um in einer In-vitro-Behandlung eingesetzt werden zu können, müssten diese Eizellen dann zur Reife gebracht werden. Das einzige Problem dabei ist, dass es derzeit noch keine Methode gibt, unreife Eizellen künstlich außerhalb des Körpers reifen zu lassen. Die Forschungsgruppe der Universität von Göteborg unter Leitung von Kui Liu hat sich nun dieses Problems angenommen. Das Team experimentierte mit einer chemischen Substanz, die das PTEN-Molekül hemmt und damit die Entwicklung kleiner Eizellen zu gesunden, reifen Eizellen unterstützt. Ihre Studie hatten sie an Mäusen durchgeführt. So konnten die Forscher fünf junge lebende Mäuse aus Eizellen züchten, die mithilfe des PTEN-Inhibitors zur Reife gebracht worden waren. Die Ergebnisse bauen auf früheren Studien auf, die im Fachblatt Science nachzulesen sind und zeigen, dass das Molekül PTEN die Eizellreifung verlangsamt. "Damit konnten wir eine realistische Möglichkeit darlegen, den PTEN-Inhibitor zur Aktivierung unreifer Eizellen im Reagenzglas einzusetzen", erklärt Prof. Kui Liu vom Institut für Chemie und Molekularbiologie der Universität Göteborg. "Dieses Verfahren ist vor allem für Frauen geeignet, deren Eierstöcke nur kleine, unreife Eizellen produzieren und denen eine herkömmliche In-vitro-Behandlung nichts bringt." Zudem konnte die Forschergruppe demonstrieren, dass durch die kurzzeitige Behandlung von unreifen Eizellen mit dem PTEN-Inhibitor viele reife Eizellen gewonnen werden und aus den so behandelten Eizellen lebende, gesunde Nachkommen entstehen können. Die Nachkommen waren nicht nur fruchtbar, sondern zeigten im Alter von 15 Monaten, was einem menschlichen Alter von 70 Jahren entspricht, auch keinerlei Hinweise oder Symptome auf chronische Krankheiten. Professor Kui Liu ist sehr zufrieden mit den Ergebnissen seines Teams, das sonst an den molekularen Ursachen für Fehlentwicklungen der weiblichen Geschlechtszellen forscht. Sein Ziel ist es, irgendwann diese Methode auch beim Menschen anzuwenden. "Wir hoffen, dass das neue Verfahren in den nächsten fünf bis zehn Jahren bereit für den klinischen Einsatz sein wird."Weitere Informationen sind abrufbar unter: Universität Göteborg: http://www.gu.se/english PLoS ONE: http://www.plosone.org/home.action

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Schweden

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