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IKT-Industrie benötigt bessere Qualifikationen für Aufschwung

Der Start von Horizont Horizon 2020 und die 15 Mio. EUR, die damit für die IKT-Forschung bereitstehen, bringen eindeutig frischen Wind in die Branche. Eine Frage bleibt jedoch offen: Verfügen die EU-Fachkräfte über die notwendigen Kenntnisse, um die IKT in Europa auf die nächs...

Der Start von Horizont Horizon 2020 und die 15 Mio. EUR, die damit für die IKT-Forschung bereitstehen, bringen eindeutig frischen Wind in die Branche. Eine Frage bleibt jedoch offen: Verfügen die EU-Fachkräfte über die notwendigen Kenntnisse, um die IKT in Europa auf die nächste Ebene zu heben? Bisher nicht. Der Europäischen Kommission zufolge könnten in Europa bis zu 900 000 IKT-Fachkräfte fehlen, wenn nichts dagegen getan wird. Die Wettbewerbsfähigkeit der EU ist bedroht. Große Unternehmen wie Microsoft haben bereits Alarm geschlagen, während die OECD im Oktober 2013 eine Studie veröffentlichte, in der die IKT-Kenntnisse von 5000 Europäern bewertet wurden. Diese kam zum Schluss, dass ein Fünftel der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter über bedenklich geringe Lese- und Rechenkenntnisse verfügen. Darüber hinaus fehlen einem Viertel der Erwachsenen die digitalen Kenntnisse, die benötigt werden, um Informations- und Kommunikationstechnologien effizient zu nutzen. Die in diesem Jahr zu treffenden Entscheidungen werden eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob dieses Problem schnell und effizient gelöst werden kann. Das Wachstum der Branche wird sich drastisch beschleunigen und die Europäische Kommission hat sich sehr ehrgeizige Ziele gesetzt, um bis 2020 die Lücke auf dem Gebiet der digitalen Qualifikationen zu schließen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck wurde im März 2013 die "Große Koalition für digitale Arbeitsplätze" gestartet. Im Laufe der nächsten Jahre will die Europäische Kommission IKT-Laufbahnen attraktiver machen, in Zusammenarbeit mit der Industrie entwickelte Schulungspakete anbieten, stärker ausgerichtete Abschlüsse und Lehrpläne anbieten, die länderübergreifende Anerkennung von Qualifikationen verbessern, Missverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt verringern und das Digitalunternehmertum zu stimulieren. In verschiedenen Mitgliedstaaten werden nationale Koalitionen aufgebaut und große Unternehmen wie Google, Microsoft, Telefonica und Sisco unterstützen diese Initiative bereits. Erasmus+, das neue EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für 2014-2020, ist ein weiterer wichtiger Versuch, u. a. das IKT-Qualifikationsdefizit abzubauen, indem Studenten die Möglichkeit erhalten, Erfahrungen mit anderen Lehrprogramme in ganz Europa zu sammeln. Aber reicht das aus? Im August vergangenen Jahres hat Microsoft auf den Fachkräftemangel vor Ort hingewiesen, der dem Unternehmen bei der Ausdehnung seiner Aktivitäten in Irland Probleme bereitet. Das Unternehmen muss Mitarbeiter aus dem Ausland holen und das auch weiterhin in hohem Grade intransparente aktuelle IKT-Zertifizierungssystem ist dabei nicht gerade hilfreich. Gegenwärtig existieren Tausende unterschiedliche Zertifikate und daher müssen gemeinsame Normen für die fachliche Qualifizierung erstellt werden. Es wird jedoch nicht einfach sein, die genauen Ursachen zu ermitteln und die IKT-Qualifizierungslücke zu schließen. Kommissarin Neelie Kroes erklärte: "Die Kommission wird ihren Teil tun, aber alleine können wir es nicht schaffen - Unternehmen, Sozialpartner und Bildungseinrichtungen, auch auf nationaler und regionaler Ebene, müssen an einem Strang ziehen."Weitere Informationen sind abrufbar unter: Digitale Agenda für Europa http://ec.europa.eu/digital-agenda/

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