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Inhalt archiviert am 2022-11-18

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Kommission untersucht globale Satelliten-Mobilfunksysteme

Die für Wettbewerbsangelegenheiten zuständige Generaldirektion IV der Europäischen Kommission hat jüngst Auskunftsverlangen zu den zwei Satelliten-Mobilfunksystemen (MSS-Systeme) Globalstar und Iridium versandt, die sich zu den Hauptanbietern auf dem Markt der satellitengestüt...

Die für Wettbewerbsangelegenheiten zuständige Generaldirektion IV der Europäischen Kommission hat jüngst Auskunftsverlangen zu den zwei Satelliten-Mobilfunksystemen (MSS-Systeme) Globalstar und Iridium versandt, die sich zu den Hauptanbietern auf dem Markt der satellitengestützten persönlichen Kommunikationsdienste entwickeln dürften - einem Markt, der bis zum Jahr 2000 Millionen Teilnehmer umfassen wird. Zwar ist dieser Markt globaler Natur, was eine weltweite reglementierende Zusammenarbeit nötig macht, und die Einrichtung der MSS-Systeme kann grundsätzlich wettbewerbsfördernd sein, doch ist deren Überprüfung im Hinblick auf die EU-Wettbewerbsregeln zum jetzigen Zeitpunkt wichtig. Die Untersuchung soll gleiche Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU sicherstellen und insbesondere die Auswirkungen der Konsortien und ihrer Partnerschafts- und sonstigen Vertragsbeziehungen auf den zukünftigen Wettbewerb in den relevanten, eher lokalen Märkten in der EU ermitteln. Gesichtspunkte bei der Prüfung der Verträge sind Zugang, Großkundenbeziehungen und Distribution sowie die Anbindung terrestrischer Netze. Inmarsat-P, ein weiterer bedeutender MSS-Anbieter, hat den Wettbewerbsdienststellen der Kommission sein System und die von ihm geschlossenen Partnerschaftsverträge bereits gemeldet. Da dies bei Iridium und Globalstar noch nicht der Fall war, hat die Kommission die Untersuchung in eigener Initiative eröffnet. Der satellitengestützte, globale Mobilfunk mit Handgeräten stellt einen Markt dar, auf dem im nächsten Jahrzehnt voraussichtlich Umsätze von 10 bis 20 Mrd. ECU erzielt werden. Die indirekten Auswirkungen in benachbarten Märkten werden sogar noch größer sein. Wegen der Frequenzknappheit, des äußerst hohen Finanzbedarfs für Positionierung und Betrieb der vielen für das System erforderlichen Satelliten und der hohen Marktunsicherheit ist es jedoch unwahrscheinlich, daß sich mehr als einige wenige größere Anbieter etablieren werden. Angesichts der wenigen dann gegebenen Alternativen und der potentiellen Marktmacht der Betreiber solcher globalen Satellitensysteme kommt es besonders darauf an, den innergemeinschaftlichen Wettbewerb in anderen, nachgeordneten Marktbereichen, bei denen es um die lokale Bereitstellung der Dienste, die Distribution und die Endgeräte geht, zu stärken. Offengelegte, nichtdiskriminierende und faire Bedingungen bei Partnerschaften und Vertragsbeziehungen müssen im größtmöglichen Umfang gewährleistet sein. Der allgemein angebotene Dienst umfaßt die vollständige Versorgung durch ein freizügiges Mobilfunksystem mit Satelliten in erdnaher Umlaufbahn. Dieser Dienst erlaubt eine größtmögliche Benutzermobilität, die Verwendung leichter Handtelefone und die weltweite Erreichbarkeit unter einer einzigen Rufnummer. Im Zeitalter immer intensiverer globaler Beziehungen bietet ein weltumspannender Dienst eindeutig die beste Lösung zur Befriedigung der vielfältigen Kommunikationsbedürfnisse. Die Sprachkommunikation dürfte in diesen Netzen dominieren, zwei weitere wichtige Anwendungen sind sogenannte mobile PDA (persönliche digitale Assistenten) sowie Datenübertragung und Funkruf. Im wesentlichen ermöglichen MSS-Systeme eine maximale Mobilität der Benutzer, indem sie globale Freizügigkeit und die Versorgung in abgelegenen Gebieten, in denen terrestrische Dienste zuweilen unwirtschaftlich sind, gewährleisten. Die "globale Versorgung" bedeutet nicht nur die freie Beweglichkeit des Benutzers, sondern auch des Kommunikationssystems, das fest installierte Endgeräte verwendende oder "stationäre" neue Benutzer bedienen kann. Zielgruppe dieser Systeme sind daher nicht nur internationale Geschäftsreisende. Studien der Kommission gehen sogar davon aus, daß das weitaus größte Teilnehmerpotential des MSS-Markts in weniger entwickelten Regionen der Welt liegt, wo feste Netze erst noch eingerichtet werden müßten oder von geringer Qualität sind und MSS-Systeme solche Netze ersetzen können. Mittel- und Osteuropa stellen in dieser Hinsicht eine wichtige Kundenbasis dar, die von Zugangspunkten innerhalb der EU bedient werden könnte. Ein dritter wichtiger Einsatzbereich für MSS-Systeme ist der Ersatz des zellulären Mobilfunks in Gebieten, in denen das zelluläre Netz nicht dicht genug ausgebaut ist (z. B. in den ländlichen Gebieten der entwickelten Welt und in städtischen und ländlichen Gebieten von Staaten mit geringem Volkseinkommen). Es wird erwartet, daß MSS-Systeme sowohl die GSM- und DECT-Funktechniken als auch das öffentliche Fernsprechnetz ergänzen und auf diese Weise die universelle Diensteversorgung verbessern werden, da sie sich für dünnbesiedelte Gebiete besonders eignen.

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