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Kommission legt Weißbuch vor: "Lehren und Lernen: Auf dem Weg in die Gesellschaft des Wissens"

Am 30. November 1995 stellte die Europäische Kommission ihr Weißbuch "Lehren und Lernen: Auf dem Weg in die Gesellschaft des Wissens" vor, das den europäischen Staats- und Regierungschefs auf der Tagung des Europäischen Rates in Madrid vorgelegt werden soll. Das Weißbuch wurd...

Am 30. November 1995 stellte die Europäische Kommission ihr Weißbuch "Lehren und Lernen: Auf dem Weg in die Gesellschaft des Wissens" vor, das den europäischen Staats- und Regierungschefs auf der Tagung des Europäischen Rates in Madrid vorgelegt werden soll. Das Weißbuch wurde auf Initiative der Kommissionsmitglieder Edith Cresson, zuständig für Forschung, allgemeine und berufliche Bildung und Padraig Flynn, zuständig für soziale Angelegenheiten, und im Einvernehmen mit Martin Bangemann, zuständig für gewerbliche Wirtschaft, Informationstechnologien und Telekommunikation, ausgearbeitet. Im Anschluß an die Tagung des Europäischen Rats in Cannes im Juni 1995, auf der hervorgehoben wurde, daß "die Politik in den Bereichen Ausbildung und Lehre als wesentlicher Faktor zur Verbesserung der Beschäftigungslage und der Wettbewerbsfähigkeit verstärkt werden (muß), was insbesondere für die Fortbildung gilt", zeigt dieses Weißbuch eine Perspektive für die europäische Gesellschaft auf:nämlich die einer Gesellschaft des Wissens, die auf dem Erwerb von Kenntnissen beruht, und in der Lehren und Lernen das gesamte Leben begleiten. Die rasante Entwicklung der Informationsgesellschaft, die Internationalisierung der Wirtschaft und die unaufhaltsame Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts bringen überall neue Anforderungen an Fähigkeiten und Wissen hervor. In diesem Zusammenhang hat die Europäische Kommission fünf Bereiche festgelegt, in denen Maßnahmen durchgeführt werden müssen: - Entwicklung eines Systems der Anerkennung technischer und beruflicher Fähigkeiten, das die Form eines "persönlichen Qualifikationsausweises" annehmen könnte. Dieses Konzept würde eine unmittelbare Einschätzung der Qualifikationen der Menschen während ihres gesamten Lebens ermöglichen; - Schaffung einer engeren Beziehung zwischen der Ausbilung und den Unternehmen durch die Entwicklung der Lehrausbildung, besonders durch die Zusammenarbeit von Lehrausbildungszentren in den verschiedenen Ländern, die Förderung der Mobilität entsprechend dem Modell des ERASMUS-Programms und die Einführung eines europäischen Lehrlingsstatuts; - Bekämpfung der Ausgrenzung durch Schaffung einer zweiten Chance für Jugendliche, denen es nicht gelungen ist, das Schulsystem erfolgreich zu durchlaufen. Dies könnte durch die Erschließung zusätzlicher europäischer Mittel aus den bestehenden Programmen wie SOCRATES und LEONARDO DA VINCI für die Unterstützung nationaler oder lokaler Finanzierungen geschehen. Das Konzept der "zweiten Chance" wurde bereits erfolgreich erprobt, in den USA durch das Projekt der Accelerated Schools und in Israel durch die Einrichtung Alyat Hanoar; - Förderung der Beherrschung von drei Gemeinschaftssprachen: zum Beispiel durch die Schaffung eines Gütezeichens "Europaschule", das den Schulen verliehen würde, die den Fremdsprachenunterricht mit bestem Erfolg durchgeführt haben; - Höhere Anerkennung von finanziellen Investitionen in der beruflichen Bildung: eine Veränderung im Herangehen an die steuerliche und buchungstechnische Betrachtung von Ausgaben für die berufliche Bildung erscheint notwendig. Es sollte für Unternehmen, die in großem Umfang in die berufliche Bildung investieren beispielsweise möglich gemacht werden, einen Teil derartiger Investitionen in ihrer Bilanz als immaterielle Anlagewerte auszuweisen. Im Laufe des Jahres 1996 - dem Europäischen Jahr des Lebensbegleitenden Lernens - wird es eine breite Aussprache zu allen in diesem Weißbuch angesprochenen Themen kommen. Die Kommission wird Ende 1996 ihre Schlußfolgerungen aus den Ergebnissen dieser Diskussion ziehen und anschließend ihre Vorschläge für das künftige Vorgehen unterbreiten.

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