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Projekt Zielgebiet Mittelmeer: Neue Einblicke in das Leben des Mittelmeers

Bei dem Projekt Zielgebiet Mittelmeer (MTP) handelt es sich um ein breit angelegtes Forschungsprojekt, das im Rahmen des spezifischen gemeinschaftlichen FTE-Programms auf dem Gebiet der Meereswissenschaften und Meerestechnologie (MAST) finanziert wird. Ziel dieses Projekts ist...

Bei dem Projekt Zielgebiet Mittelmeer (MTP) handelt es sich um ein breit angelegtes Forschungsprojekt, das im Rahmen des spezifischen gemeinschaftlichen FTE-Programms auf dem Gebiet der Meereswissenschaften und Meerestechnologie (MAST) finanziert wird. Ziel dieses Projekts ist die Untersuchung des Funktionierens des Mittelmeeres unter Betrachtung aller wesentlichen Gesichtspunkte im Rahmen eine multidisziplinären Vorgehensweise unter Einbeziehung physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse. Die zweite Phase dieses wichtigen Projekts (MTP-II MATER) lief im August 1996 an. An dieser Phase sind 53 Partner aus 13 Ländern beteiligt (darunter die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Union). Diese Phase endet 1999. Es handelt sich dabei um das zur Zeit größte multidisziplinäre Forschungsprojekt über das Mittelmeer überhaupt. Die Pilotphase des MTP-Projekts, die am 31. Juli 1996 endete, führte zu wissenschaftlicher Zusammenarbeit in ungeahntem Umfang auf diesem Gebiet und lieferte viele wichtige Ergebnisse, darunter: - Anzeichen auf Klimaänderungen wurden in den tiefliegenden Wassermassen sowohl des westlichen als auch des östlichen Mittelmeerbeckens gefunden. Diese Änderungen lassen auf einen Temperaturanstieg in den tiefen Wasserschichten in den letzten drei bis vier Jahren und einen Anstieg des Salzgehalts schließen. Diese Änderungen könnten einen wesentlich Einfluß auf das Funktionieren des Ökosystems in den kommenden Jahrzehnten haben; - Es wurde eine erhöhte Abgabe von Nährstoffen in das Mittelmeer nachgewiesen. Diese ist auf das Ansteigen der Bevölkerung, aber auch auf verstärkte industrielle und landwirtschaftliche Aktivität zurückzuführen. In einigen Gebieten brachte dies eine negativen Beeinflussung des Tourismus mit sich; - Anfang der 1990er Jahre wurde eine 50%ige Reduzierung des Bleigehalts des Oberflächenwassers gemessen. Ursache ist die Anwendung der europäischen Gesetze über den Bleigehalt von Kraftstoffen; - Saisonbedingte Änderungen in der Beeinflussung der Meeresumgebung durch die Atmosphäre wurden bis zu einer Wassertiefe von 1000 Metern nachgewiesen; - Erarbeitung besonders fortschrittlicher Modelle der Wasserumwälzung im Mittelmeer, von globalen Darstellungen bis zur Darstellung einzelner Küstengebiete. Das Projekt war besonders wegen seiner bahnbrechenden Leistungen auf dem Gebiet der Einbeziehung ökologischer Vorgänge in numerische Modelle erfolgreich; - Wichtige Änderungen der chemischen und biologischen Verhältnisse wurden im südlichen Ägäischen Meer beobachtet. Diese könnten möglicherweise einen entscheidenden Einfluß auf das Ökosystem des gesamten östlichen Mittelmeers haben. Die ersten Ergebnisse dieses Projekt haben unser Verständnis des Funktionierens des Mittelmeeres grundlegend geändert und neue Möglichkeiten für die Klimamodellierung und die Erhaltung der Küstengebiete eröffnet. Das neue MTP II-Projekt soll die bereits ausgeführten Arbeiten nicht nur fortsetzen, sondern erweitern.

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