Experimentelle Daten zu verdampfenden Flüssigkeiten
Die Arbeit mit unter hohem Druck gelagerten Gasen ist mit einem Risiko verbunden. Gerätefehler und/oder menschliches Versagen können zur schnellen Freisetzung des Gases unter so genannten Verdampfungsbedingungen führen. Die im Gas enthaltenen Kohlenwasserstoffe machen es entzündlich und können zu ernsten Verletzungen der Personen und Sachanlagen in der unmittelbaren Umgebung der Quelle führen. Im Rahmen eines Versuchs, das mit verdampfenden Flüssigkeiten verbundene Risiko besser kontrollieren zu können, finanzierte die Europäische Kommission ein Konsortium aus vier Organisationen zur Verbesserung von Modellierungstools. Das Institut National de l'Environnement Industriel et des Risques (INERIS) wurde mit der Bereitstellung experimenteller Daten zur Prüfung der Modellergebnisse beauftragt. INERIS arbeitete mit zwei Arten von Flüssiggas(LPG - Liquefied Petroleum Gas): Propan und Butan. Es wurden mehr als einhundert Experimente mit unterschiedlichen Parametern wie Behälterdruck, Düsengeometrie und Wirkung von Hindernissen durchgeführt. Traditionelle Überwachungsverfahren wurden durch Laser und hochempfindliche Sonden unterstützt. Die Analyse der gesammelten Daten zeigte unter Berücksichtigung dessen, wie die Modelle die Quelle der verdampfenden Flüssigkeit einbeziehen, Verbesserungsbereiche auf. Die Behandlung der Feinverteilung wird auch von den gewonnenen Kenntnissen profitieren, insbesondere im Nahfeld, das bisher relativ unbeachtet blieb. INERIS versucht, aus dem experimentellen Datensatz einen weiteren Mehrwert zu ziehen und so die sicherere Gestaltung industrieller Arbeitsumgebungen zu unterstützen.