Die Konservierung historischer Dokumente und Archive gegen die Zersetzung
Die meisten historischen Dokumente, Archive und Gemälde sind von Schäden durch die zersetzenden Eigenschaften der enthaltenen Eisengallustinte betroffen. Dazu gehören auch Werke von Victor Hugo oder Leonardo da Vincis Meisterwerke. Aus diesem Grund wurde im Rahmen des INKCOR-Projekts ein nichtwässriges Konservierungsverfahren entwickelt, womit gebundene Bücher und wasserempfindliche Gegenstände behandelt werden können. Nach einer Einschätzung des Stabilisierungspotenzials bestimmter nichtwässriger Entsäuerungslösungen an einem Papiermodell mit Eisengallustinte kam es zu interessanten Ergebnissen. Man stellte fest, dass die Auflösung von Magnesiumtitan in einem organischen Lösungsmittel eine einheitlichere Alkaliverteilung auf dem Papier als nur Magnesiumoxid bewirkt. Deshalb sind Verfahren mit Magnesiumtitanethoxid günstiger als solche mit Magnesiumoxid, da für jene eine bessere Wirkung nachgewiesen werden konnte. Die neuartigen, bereits bewerteten Verfahren bei der Konservierungsbehandlung umfassen verschiedene instrumentelle Verfahren wie die Größenausschlusschromatographie, Viskometrie und Spektroskopie zur Stabilisierung des oxidativen Verfalls von Papier. Die bewerteten Behandlungsprototypen besitzen das Potenzial für eine Weiterentwicklung zu kommerziellen Produkten, die zur nichtwässrigen Stabilisierung bei Tintenfraß eingesetzt werden. Diese Produkte können die Entwicklung einer verbesserten und effizienteren Konservierungsstrategie für zersetzte Dokumente ermöglichen und bei den Konservierungsstrategien für das kulturelle Erbe einen deutlichen Beitrag leisten.