Rahmenplan für eine nachhaltige Energieversorgung bis 2030
Das Projekt Eusustel wurde ins Leben gerufen, um Energieformen unter Einbeziehung der Kosten, Emissionen von Treibhausgasen (THG) und Versorgungssicherheit bis ins Jahr 2030 sowie anderen Aspekten umfassend zu vergleichen. Dabei war das ehrgeizige Ziel, einen Fahrplan für nachhaltige europäische Energieprogramme für die nächsten zwanzig Jahre zu erstellen. Zu den sozialen Kosten der Energieerzeugung zählen private sowie externe Kosten. Private Kosten umfassen Punkte wie Umweltsteuern auf Emissionen von Brennstoffen und Kohlenstoffen, Abgaben, die sich von Region zu Region und bei Zeiten innerhalb einer Region ändern können. Eine Analyse privater Kosten zeigte, dass bei auf Kohle und Kernkraft basierenden Energien ähnliche Kosten entstehen und sie im Vergleich am besten abschnitten. Jedoch sinken private Kosten in Zusammenhang mit neuen Technologien erheblich, da Kostenreduzierungen der zuvor genannten ausgereiften Technologien bis 2030 minimal ausfallen werden. Tatsächlich deuteten die Forscher darauf hin, dass in der Zukunft Onshore-Windkraftanlagen die günstigste Form der Energieerzeugung von allen sein könnte. Externe Kosten beziehen sich auf Kosten, die unter anderem aufgrund von Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, Pflanzen und Materialien entstehen. Die höchsten aktuellen und künftigen externen Kosten konnte man bei Kohletechnologien und die niedrigsten bei Technologien mit Erdgas beobachten. Eine Szenarioanalyse für 2030 unter Einbeziehung von THG-Emissionen, Versorgungssicherheit und Kosten ging davon aus, dass das aktuelle EU-Basisenergieszenario im Hinblick auf Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO2) und Importabhängigkeit nicht nachhaltig ist. Die günstigsten Optionen für die Zukunft waren die Atom- und Erdgas-Kraftwerke sowie moderne auf Kohle basierende Kraftwerke, die Vorgänge zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung verwenden. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Europa seine Versorgung diversifizieren und Programme zur Atomkraft und erneuerbarer Energie entwickeln muss, wenn es seine künftige Energieversorgung sichern will. Das Projekt Eusustel führte zu einer Reihe konkreter und wissenschaftlicher Prognosen über Europas künftige Stromversorgung und -nachfrage sowie zu wichtigen Empfehlungen für Entscheidungsträger, Forscher und Industrie gleichermaßen. Wenn die Empfehlungen eingebracht werden, könnte dies Europa helfen, THG-Emissionen zu senken und gleichzeitig die Sicherheit seiner Energieversorgung auf ökonomisch machbarere Weise zu erhöhen.