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Feature Stories - Freund Roboter für Hilfsbedürftige

Eine von der EU finanzierte Forschergruppe hat einen Begleitroboter und eine intelligente häusliche Umgebung entwickelt, die das Leben hilfebedürftiger bzw. älterer Menschen angenehmer und unabhängiger gestalten sowie die Belastungen reduzieren können, unter denen das Gesundheitswesen zu leiden hat.

Digitale Wirtschaft

Die Menschen erreichen heutzutage viel öfter ein hohes Alter als noch unsere Großeltern und so ist es nur logisch, dass der Bedarf an Pflege und medizinischer Betreuung für die älteren Bevölkerungsschichten rasant ansteigt. Idealerweise sollten auch Senioren in der Lage sein, glücklich und unabhängig zu Hause zu leben, aber medizinische Komplikationen und Krankheiten wie Depression und Demenz erschweren dies oft in höchstem Maße. "Ohne Unterstützung, Hilfe und eine die Sinne ansprechende kognitive Stimulation bauen ältere, von Demenz und Depression betroffene Menschen rasch ab. Ihre Betreuer, so beispielsweise die Ehepartner oder Kinder stehen dann unter diesen Umständen vor einer noch anspruchsvolleren Aufgabe - so geraten sowohl die älteren Menschen als auch ihre Betreuer in die große Gefahr der sozialen Ausgrenzung", erklärt Professor Atta Badii von der University of Reading im Vereinigten Königreich. Um diesen Herausforderungen etwas entgegenzusetzen, entwickeln nun europäische Forscher intelligente Hilfesysteme für die häusliche Umgebung sowie Assistenten in Roboterform, die älteren Menschen beim unkomplizierten Alltagsleben und dabei, sich allzeit möglichst selbst helfen zu können, zur Hand gehen sollen. Glücklichere, gesündere und aktivere Senioren erleichtern letztlich die Bürde der Betreuung, die auf Familie, Freunden und dem Gesundheitswesen lastet. Der Roboter: mein Freund und Helfer Professor Badii ist Koordinator von CompanionAble ("Integrated Cognitive Assistive and Domotic Companion Robotic Systems for Ability & Security"), einem RP7-Projekt, das einen Roboterkumpel namens "Hector" entworfen und gebaut hat. Hector kann sich selbstständig innerhalb der Wohnung bewegen und auf Befehle wie "Folge mir!" oder "Geh in die Küche!" reagieren. Er kann seinen Besitzern beim Knüpfen von Kontakten helfen und ihnen im alltäglichen Leben sinnerweckende kognitive Stimulation anbieten. Der Nutzer interagiert mit Hector direkt über Sprachbefehle und einen großen Berührungsbildschirm. Hector funktioniert autonom oder als Teil eines größeren Systems für intelligentes Wohnen, das dafür entworfen ist, ein unabhängiges Leben älterer Menschen zu unterstützen. Dadurch, dass Hector die Kontrolle der intelligenten Systeme rund ums Wohnen übernimmt, ist er in der Lage, Vorhänge und Fenster zu öffnen und zu schließen, Licht ein- und auszuschalten oder die Zentralheizung zu regulieren. Hier überbrückt Hector die Kluft zwischen neuen intelligenten Umgebungen, die manchmal etwas schwierig zu bedienen und zu nutzen sind, was gerade für ältere Menschen wichtig ist, denen möglicherweise die Erfahrung mit solchen Systemen fehlt und sie nicht mit der für jüngere Generationen selbstverständlichen Leichtigkeit handhaben können. Als Begleiter wirkt Hector vermittelnd; er macht diese Systeme über natürlichere Interaktionen zugänglich. "Hector kann zum Beispiel seinem menschlichen Schützling dabei helfen, sich zum Verlassen des Hauses bereit zu machen", erklärt Professor Badii. "Er spricht seinen Besitzer an und erinnert ihn daran, bestimmte Dinge wie Geld oder eine Handtasche mitzunehmen. Er kann außerdem alle offenen Fenster, Türen oder auch eingeschaltete Haushaltsgeräte erkennen und seinen Menschen daran erinnern, sich um diese Dinge zu kümmern, bevor er das Haus verlässt." Multitalent Hector hilft seinem Schutzbefohlenen überdies, über eine einfach zu bedienende Video-Telefon-Schnittstelle soziale Kontakte zu knüpfen. Er kann für den Benutzer automatisch eine Verbindung zur Familie, zu professionellen Pflegekräfte oder vertrauten Personen herstellen. Erkennt er oder andere intelligente Systeme anormale oder alarmierende Situationen, angenommen, der menschliche Bewohner fällt zum Beispiel hin, so wählt Hector eine Notrufzentrale ("Remote response centre"), die sich dann um den Notfall kümmert. Integration von Smart-Home-Funktionen sorgt für bessere Versorgung Wie Professor Badii betont, kann Hectors Einbeziehung in Systeme für intelligentes Wohnen und Fernbetreuungs- und Notfallzentralen (Remote Care) relativ einfach an neue Umgebungen angepasst werden . "Wir können Hectors Funktionen mit Modulen erweitern, was ihn zu einem je nach Einsteckteil wunschgemäß ausgestatteten Begleitroboter macht. Er kann unter vielfältigsten häuslichen Bedingungen dazu dienen, eine eigenständige Lebensführung zu unterstützen." Zu der durch CompanionAble angebotenen Betreuung gehören die Überwachung der physiologischen Vitalfunktionen und subtilerer Faktoren wie etwa Stimmungen sowie Tagebucheinträge, Video-Telefonie und Erinnerungen daran, dass der Nutzer auch pünktlich die richtige Medizin einnimmt. Das Projekt baute zu Testzwecken CompanionAble-Systeme in etliche Demonstrationswohnungen ein. Man verbesserte das von den Projektpartnern entwickelte breite Spektrum der Funktionalitäten im Rahmen von Langzeitstudien an echten Senioren mit Betreuungsbedarf. Die durch diese Untersuchungen nachgewiesene hohe Zuverlässigkeit und ermittelten geringen Wartungskosten öffnen den Weg zur Vermarktung der innerhalb des CompanionAble-Projekts entwickelten intelligenten Technologien. Zum Projektteam gehören 19 Fachpartner, die derzeit an vielen speziellen Standorten und im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen die Projektresultate präsentieren und sich um die elegante Einbeziehung von Hector in ein intelligentes Zuhause kümmern. Abschließende Tests und Demonstrationen sind in Belgien, Spanien, Frankreich und den Niederlanden im Gange. Das auf vier Jahre angelegte Projekt CompanionAble erhielt 7,8 Mio. EUR des Gesamtprojektbudgets in Höhe von 10,72 Mio. EUR in Form von Forschungsmitteln aus dem Programm "Informations- und Kommunikationstechnologien"(IKT) des Siebten EU-Forschungsrahmenprogramms (RP7). Nützliche Links: - Website "Integrated Cognitive Assistive and Domotic Companion Robotic Systems for Ability & Security" - CompanionAble-Projektfactsheet auf CORDIS Weiterführende Videos: - Project CompanionAble - Concepts 2011 - Project CompanionAble - Concepts - CompanionAble robot searching for user in apartment; CompanionAble-Roboter sucht in der Wohnung nach dem Nutzer - Companionable robot searching for people lounging on couch or chair; CompanionAble-Roboter sucht nach Bewohnern auf dem Sofa oder im Sessel - Companionable robot during navigation tests; CompanionAble-Roboter bei Navigationstests Weiterführende Artikel: - Feature Stories - Unabhängigkeit im Alter: Unterstützung durch Informationstechnologie - Feature Stories - Sicherer, aktiver und unabhängiger: Vorteile der Technik für "umgebungsunterstütztes Leben" liegen auf der Hand - Feature Stories - Ein offener Markt für Senioren-Apps zum umgebungsunterstützten Leben - Feature Stories - Umfeldbezogene Technologien von Älteren für Ältere