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Inhalt archiviert am 2023-04-26

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Das Fraunhofer-Haus

Die Form ist schlicht. Gerade und ohne Schnorkel ragt das neue Fraunhofer-Haus in den Munchner Himmel - 65 Meter hoch. Ein Glasbau, aber kein Glaspalast: Fassade und Einrichtung sind funktional, die Raume lichtdurchflutet. Die Offenheit der Architektur spiegelt die Philosophie der Fraunhofer-Gesellschaft wider. Heute wird das Gebaude offiziell eroffnet.

»Es gibt im Management ein wichtiges Grundprinzip: Offenheit erzeugt Offenheit«, sagt Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Im Fraunhofer-Haus ist dieses Prinzip in vorbildlicher Weise umgesetzt.« Architekt Gunther Henn verzichtete bei der Gestaltung des Gebäudes bewusst auf Wände, die den Blick verstellen. Für die Mitarbeiter der Zentrale entwarf er ein Haus mit viel Glas, das Büroraum bietet für konzentriertes Arbeiten, aber auch Flächen für die Kommunikation und Gedankenaustausch. »Bei der Planung stand das Urbild des Klosters Pate«, erinnert sich Henn. »Die Klosterzellen bieten Raum für die Konzentration, der Kreuzgang für Kommunikation.« Die Kombination bietet sich seiner Ansicht nach auch für ein modernes Verwaltungsgebäude an - auch wenn hier nicht etwa klösterliche Beschaulichkeit, sondern die Effektivität von Dienstleistungen im Vordergrund steht. »Entscheidend hierfür ist die Möglichkeit zur Kommunikation. 80 Prozent aller innovativen Ideen tauchen im Gespräch auf«, so Henn. Fast zehn Jahre hat die Planung und Realisierung des Neubaus gedauert. Die bisherige Zentrale in der Leonrodstraße platzte derweil schon aus allen Nähten. Bereits 1986 stellte der Bund der Fraunhofer-Gesellschaft das Grundstück in der Münchner Hansastraße zur Verfügung, um einen Neubau darauf zu errichten. Das Projekt drohte zu scheitern, bevor es begonnen hatte: Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde Berlin zur neuen Bundeshauptstadt erklärt, ein Jahr später der Umzug des Bundestags von Bonn nach Berlin beschlossen. Um die alte Hauptstadt für den Verlust zu entschädigen, sollten verschiedene Organisationen in Bonn angesiedelt werden - auch die Fraunhofer-Zentrale. Doch nun packte die Bayern der Ehrgeiz: Um den Hauptsitz der Fraunhofer-Gesellschaft in ihrer »Geburtsstadt« München zu halten, übernahm der Freistaat 80 Prozent der Baukosten. Auf den Bund entfielen damit nur noch 20 Prozent. Der Einsatz erfüllte seinen Zweck: Die Fraunhofer-Gesellschaft durfte bleiben. Beim Architektenwettbewerb machte der Entwurf von Gunter Henn den ersten Platz: Die Jury, an der Bund, Land und Stadt beteiligt waren, prämierte 1997 die Komposition aus Hoch-, Längs- und Flachbau, die sich direkt an das benachbarte Fraunhofer-Institutsgebäude anschließt. Der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft stimmte dem Entwurf zu. 1999 wurde der erste Spatenstich getan. 2000 begannen die Bauarbeiten. Für den Neubau entwickelte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE eine innovative Doppelfassade, die eine natürliche Belüftung der Räume erlaubt und Sonnenschutz integriert. Das Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB steuerte ein integriertes Facility-Management-System zum Betrieb der Gebäudeanlage bei und das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF den Roboter für die Fassadenreinigung. Am 1. Mai 2003 brachten die Möbelpacker die Kisten mit den Unterlagen und Akten aus dem alten Gebäude der Zentrale in der Leonrodstraße in die Hansastraße. Am Montag, den 5. Mai waren 500 neue Arbeitsplätze »bezugsfertig«. »Das Fraunhofer-Haus ist das neue Zuhause für die zentralen Dienstleistungen der Gesellschaft«, sagt Prof. Hans-Jörg Bullinger. »Das ist aber noch nicht alles. Es dient auch als Forum für die Begegnung zwischen Forschung und Öffentlichkeit. Das Fraunhofer-Haus ist zudem Zeichen für unser Selbstverständnis als Organisation der angewandten Forschung in Europa, als Innovationsmotor für die Wirtschaft und als Promotor einer menschen- und umweltgerechten Entwicklung der Technik.«,

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