Klimaänderung im Nachgang zu Kioto
In diesem Protokoll wurden rechtsverbindliche Zielvorgaben für Emissionreduktion festgesetzt, die nach Ratifizierung durch 55 Staaten in Kraft treten werden. Im Verlauf der Konferenz in Buenos Aires werden die Regierungen versuchen, sich auf Vorschriften zu eignen, welche die Verwirklichung dieser Zielvorgaben regeln sollen. Die Diskussion wird sich insbesondere auf die Entwicklung der drei im Protokoll identifizierten Mechanismen konzentrieren, mit deren Hilfe die Industriestaaten in der Lage sein müßten, zwischen 2008 und 2012 eine kombinierte 5%ige Reduktion zu erzielen.
Zu diesen Mechanismen gehört der sogenannte Emissionshandel, d.h. ein Industriestaat, der seine Emissionswerte über die Zielvorgabe hinaus reduziert, kann diesen sogenannten Überschuß bzw. diese zusätzlichen Kreditpunkte an andere Staaten verkaufen. Außerdem ist ein sauberer Entwicklungsmechanismus" vorgesehen, um Industriestaaten in die Lage zu versetzen, emissionsvermeidende Projekte in Entwicklungsländern zu finanzieren und dafür Anerkennung zu erhalten, d.h. ein Industriestaat, der seine Emissionswerte über die Zielvorgabe hinaus reduziert, kann diesen sogenannten Überschuß bzw. diese zusätzlichen Kreditpunkte an andere Staaten verkaufen".
Anläßlich der Konferenz wollen die Vertragspartner auch die Fortschritte begutachten, die in Bezug auf das Übereinkommen von 1992 gemacht wurden und praktische Methoden für den Transfer klimafreundlicher Technologien an Entwicklungsländer identifizieren. Des weiteren sind Entscheidungen über die Rolle der Global Environmental Facility (GEF) hinsichtlich der Finanzierung von Aktivitäten zur Realisierung des Rahmenabkommens zu treffen.
Andere nach Kioto noch ausstehende Fragen beziehen sich auf das Thema Sinks" (Emissionsabsorptionsorgane), d.h. vor allem Wälder, die durch Absorption von CO2 aus der Atmosphäre zur Senkung der Nettoemissionen beitragen. Nach heftigen Debatten wurden bestimmte Sinks" in die Kioto-Zielvorgaben aufgenommen, wobei jedoch noch zu klären ist, welche Methodik zur Messung ihres Beitrags anzuwenden wäre. Themen wie die freiwillige Verpflichtung zur Senkung von Emissionen werden wahrscheinlich ebenfalls auf der Konferenz zur Sprache kommen.
Weitere Auskünfte erteilt:
United Nations Environment Programme
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M. Michael Williams
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